Handball

Füchse-Keeper Ziemer: Mehr als ein Lückenbüßer

Weil das angestammte Torhüter-Duo der Füchse Berlin ausfällt, ist im Topspiel gegen Kiel die Zeit für Martin Ziemer gekommen.

Martin Ziemer (l.) wechselte im Sommer zu den Füchsen Berlin.

Martin Ziemer (l.) wechselte im Sommer zu den Füchsen Berlin.

Foto: Joachim Sielski via www.imago-images.de / imago images/Joachim Sielski

Berlin. Der Zeitpunkt ist nicht der günstigste. Dass gleich beide Torhüter der Füchse Berlin vor dem Topspiel gegen den THW Kiel am Donnerstag (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) Knieprobleme plagen, ist bitter. Während sich Silvio Heinevetter für zwei Wochen abmelden musste, fällt nun auch Dejan Milosavljev auf jeden Fall aus. Der serbische Nationaltorhüter, in den vergangenen Wochen einer der Sieggaranten des Berliner Handball-Bundesligisten, musste sogar am Knie operiert werden.

Die Lücke, die das angestammte Duo hinterlassen hat, muss nun Martin Ziemer füllen. Bei der Niederlage am Sonntag in Hannover (28:31) hat der 36-Jährige aber gezeigt, dass er mehr als nur ein Lückenbüßer ist. Mit acht Paraden in 50 Minuten Spielzeit kam der Sommer-Zugang zwar nicht an die Werte heran, die seine Teamkollegen Woche für Woche präsentiert hatten. Doch Ziemer hat gezeigt, dass er da ist, wenn die Füchse ihn brauchen.

Ziemer fehlt ein halbes Jahr Spielpraxis

Deshalb macht es sich Trainer Velimir Petkovic auch keineswegs so einfach, die Last der Niederlage auf den Schultern des Ersatzmannes abzuladen. „Das war keine überragende Torwartleistung“, gestand der 63 Jahre alte Coach. „Aber Ziemi hat seine Aufgabe heute gut gemacht, da mache ich ihm keinen Vorwurf.“

Nachdem Ziemer in dieser Saison nur die ungeliebte Nummer drei im Tor war und die meiste Zeit auf der Tribüne verbringen musste, hat wohl niemand Wunderdinge vom Ex-Hannoveraner erwartet. Auch er selbst nicht. „Es ist eine schwierige Situation, wenn man ein halbes Jahr nur trainiert und nicht gespielt hat“, sagte Ziemer. „Und dann noch eine Woche lang krank im Bett lag.“

Es hapert an der Abstimmung zwischen Keeper und Deckung

Dass er trotzdem in den entscheidenden Momenten da ist, wurde in der 57. Minute deutlich. Ziemer hielt beim Stand von 27:29 einen Siebenmeter. Die Füchse hätten das Spiel nochmal drehen können – wenn Ziemers Kollegen im Angriff den Ball nicht vertändelt hätten. „Uns war allen klar, dass das auswärts schwierig wird. Das Engagement war da, das war nicht lustlos“, sagte Ziemer. Es fehlte einfach an der Abstimmung zwischen Abwehr und Torhüter.

Gegen Kiel wird sich der Tabellensiebte steigern müssen, um am Ende Zählbares mitzunehmen. Immerhin hat Ziemer bis dahin noch drei Tage Zeit, sich an seine neue Situation im Tor der Berliner zu gewöhnen.

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