Handball

Mit Dänen-Power auf Rang drei

Die Füchse treffen am Sonntag im Spitzenspiel auf Hannover – und setzen auf Johan Koch und Co., um Weltmeister Olsen zu stoppen.

Immer öfter bei den Füchsen Berlin gefragt: Kreisläufer Johan Koch.

Immer öfter bei den Füchsen Berlin gefragt: Kreisläufer Johan Koch.

Foto: Uwe Koch/ Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Berlin. Es sind diese sonderbaren Zufälle, die man ganz gern als Schicksal bezeichnet. Dass der Spieler, der in den vergangenen Wochen nur auf der Tribüne saß, ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Klub in den Kader rückt. Genau das passiert Martin Ziemer, wenn die Füchse Berlin an diesem Sonntag bei der TSV Hannover-Burgdorf antreten (13.30 Uhr, Sky). Weil Silvio Heinevetter mit einer Knieverletzung zwei Wochen ausfällt, rotiert der dritte Torhüter des Berliner Handball-Bundesligisten in die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic.

Ein Glücksfall, immerhin war Ziemer, der im Sommer aus Hannover zu den Füchsen kam, in den vergangenen eineinhalb Wochen krank und wurde gerade rechtzeitig wieder fit. Doch der 36-Jährige ist vor dem Topspiel gegen seinen alten Verein nicht der einzige, der von unglücklichen Verletzungsumständen profitiert. Auch Johan Koch könnte daraus seinen ganz eigenen Vorteil ziehen.

Einsatz von Abwehrchef Gojun ist noch ungewiss

Weil sich Abwehrchef Jakov Gojun beim Pokal-Aus in Melsungen (30:33) eine Blessur im Rippenbereich zugezogen hat, ist sein Einsatz in Hannover noch fraglich. Kochs Kreisläufer-Kollege Mijajlo Marsenic wird also noch mehr als sonst im Mittelblock der Füchse-Defensive gefordert sein. Um dem Serben aber auch mal eine Verschnaufpause zu gönnen, könnte Koch im Angriff zu mehr Spielzeit als zuletzt kommen.

Nach wenigen Einsatzzeiten zu Beginn der Saison darf der Däne mittlerweile regelmäßiger ran. „Ich habe Johan kritisiert, dass er nachgelassen hat. Viele kleine Verletzungen haben ihn gestoppt“, sagt Trainer Petkovic, der vor allem Kochs Rückzugsverhalten nach einem Angriff monierte. Mit einer Trefferquote von 100 Prozent vom Kreis hat der 29-Jährige seinen Coach aber wieder besänftigt. „So wie es jetzt läuft, ist es okay“, sagt Koch über seine Einsatzzeiten.

In der vergangenen Saison war Koch auch deshalb mehr gefragt, weil die Füchse mit zwischenzeitlich zehn Verletzten auf andere Spielsysteme ausweichen mussten. Vor allem das Spiel mit zwei Kreisläufern kam dem 1,90 Meter großen Skandinavier entgegen. „Das war eher eine Notlösung. Aber jetzt haben wir so viele gute Rückraumspieler, da ist das gar nicht so nötig“, sagt Koch. „Klar würde ich gern mehr spielen, aber das ist immer Ego gegen Mannschaft.“

Dänen-Tipps, um Hannovers Morten Olsen zu stoppen

Und da stellt sich der Rechtshänder natürlich in den Dienst des Tabellensechsten. Zumal Petkovic vor dem Duell mit den punktgleichen Hannoveranern auf seine Dänen angewiesen ist. Immerhin ist es ihr Landsmann Morten Olsen, der die Niedersachsen beinahe im Alleingang am vergangenen Mittwoch ins Pokal-Finalturnier geworfen hat (31:30 gegen die Rhein-Neckar Löwen). Aber Koch und Co. haben sicher den einen oder anderen Tipp, wie man den Weltmeister stoppt? „Das ist extrem schwierig. Wenn er einen optimalen Tag erwischt, ist er einfach ein Top-Spieler. Das Niveau haben wenige in der Bundesliga“, sagt Koch.

Nicht umsonst war Hannover acht Spieltage lang Tabellenführer und beansprucht noch immer einen Platz in der Spitzengruppe der Bundesliga. „Das Spiel ist für beide Vereine besonders, beide haben richtig gute Chancen, oben anzugreifen. Das ist ein Spitzenspiel“, sagt Koch. Die Füchse könnten mit ihrem fünften Liga-Sieg in Folge auf den dritten Rang springen. „Das wäre nach einer turbulenten Zeit phänomenal“, sagt Trainer Petkovic. Und nachdem die Berliner den November ungeschlagen gemeistert haben, auch ganz sicher kein Zufall.

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