Kommentar

Füchse nach Pokal-Aus: Diese Niederlage kommt zur Unzeit

Die Füchse müssen das Pokal-Aus schnell abhaken, um ihre aussichtsreiche Lage in der Liga nicht zu verspielen, meint Inga Böddeling.

Füchse-Kapitän Hans Lindberg (r.) traf gegen Melsungen zwölf Mal. Seine Tore werden die Berliner auch in den nächsten Wochen brauchen.

Füchse-Kapitän Hans Lindberg (r.) traf gegen Melsungen zwölf Mal. Seine Tore werden die Berliner auch in den nächsten Wochen brauchen.

Foto: Fotostand / Harald Kuhl / picture alliance / Fotostand

Natürlich, diese Pleite im Pokal gegen Melsungen war bitter. Das war bei den Füchsen Berlin allen anzumerken. Denen, die nicht drüber sprechen wollten. Und denen, die drüber sprachen. Bitter vor allem, weil weder Trainer Velimir Petkovic noch seine Mannschaft den Grund für das schmerzliche Pokal-Aus benennen konnten. Es bleibt diese eine Erkenntnis: Diese Niederlage kommt zur Unzeit.

In den nächsten Wochen warten schwierige Aufgaben auf die Berliner. Am Sonntag geht es gegen Hannover-Burgdorf, lange Tabellenführer der Bundesliga und das Überraschungsteam der Saison. Am darauffolgenden Donnerstag gibt sich Pokal- und EHF-Pokalsieger THW Kiel in Berlin die Ehre. Harter Tobak. Der wohl nur mit einer topmotivierten Mannschaft zu bewältigen ist.

Dass die Füchse mit der Pleite in Melsungen nun aber die große Chance auf einen Titel verpasst und damit das erste Saisonziel verfehlt haben, dürfte ein herber Dämpfer sein. Einer, bei dem man den Kopf schon mal hängen lässt. Und nicht voller Ehrgeiz am nächsten Tag zur Arbeit kommt. Aber auch einer, den die Füchse jetzt möglichst schnell abhaken müssen.

Auch das Final Four im EHF-Pokal wartet noch

Es wird also auf die Führungsspieler der Mannschaft ankommen. Auf den Coach, vielleicht auf den Manager. Um das geknickte Team wieder aufzubauen, um neue Anreize zu schaffen, für die es sich auch in der Bundesliga zu kämpfen lohnt. Schließlich ist die Konstellation in der Spitzengruppe so eng, dass die Meisterschaft noch lange nicht entschieden ist. Die verpasste Titelchance im Pokal ist schon schlimm genug, sollte aber nicht noch dafür verantwortlich sein, dass auch die aussichtsreiche Lage in der Liga verspielt wird.

Dass sie sich zurückkämpfen können, haben Spielmacher Fabian Wiede, Kapitän Hans Lindberg und Co. in dieser Saison schon gezeigt. Als man die Füchse nach zwei peinlichen Niederlagen zu Beginn der Saison schon fast abgeschrieben hatte. Und dann wäre da ja auch noch der EHF-Pokal mit dem Final Four in der heimischen Max-Schmeling-Halle. Und das ist definitiv mehr als ein Trostpflaster für das verpasste Pokal-Finalturnier in Hamburg.