Handball

Lasse Andersson: Ein dänischer Hochkaräter für die Füchse

Die Füchse verpflichten zur neuen Saison Lasse Andersson vom FC Barcelona. Der Rückraumspieler unterschreibt einen Dreijahresvertrag.

Lasse Andersson unterschreibt bei den Füchsen Berlin einen Dreijahresvertrag.

Lasse Andersson unterschreibt bei den Füchsen Berlin einen Dreijahresvertrag.

Foto: Javier Borrego / picture alliance / Javier Borrego/AFP7

Berlin. Es ist ein Bild, an das sie sich bei den Füchsen Berlin gern gewöhnen werden. Wie Stefan Kretzschmar einen neuen Spieler präsentiert, stolz lächelnd. Schaut man sich die jüngste Version dieses Bildes an, ist der Stolz mehr als nachvollziehbar. Lasse Andersson, der vom FC Barcelona im Sommer 2020 zum Handball-Bundesligisten in die Hauptstadt wechselt, ist ein echter Hochkaräter.

„Ich bin glücklich darüber, dass er sich für uns entschieden hat, und ich sehe die Verpflichtung als großen Coup für die nächsten drei Jahre“, sagt Kretzschmar, der ab Januar neuer Sportvorstand der Füchse wird, aber schon jetzt am Kader für die Zukunft feilt. Nach der Verpflichtung von Mindens Rückraumshooter Marian Michalczik ist Andersson der zweite Transfer, der die deutliche Handschrift von Kretzschmar trägt.

Der 25 Jahre alte Däne hat bei den Berlinern einen Dreijahresvertrag unterschrieben, ist im linken Rückraum zu Hause und ist beim FC Barcelona vom vielversprechenden Talent zum Leistungsträger gereift. „Mit seiner Dynamik und seiner Wurfstärke bildet er die perfekte Ergänzung zu Paul Drux“, schwärmt Kretzschmar am Montag.

Füchse-Spieler Mandalinic und Simak müssen jetzt Leistung bringen

Somit darf die Verpflichtung des dänischen Nationalspielers als klares Signal an die Konkurrenz auf halblinks verstanden werden. Stipe Mandalinic und Frederik Simak werden sich in den kommenden Monaten ganz schön strecken müssen, wenn sie auch in der nächsten Saison eine Rolle bei den Füchsen spielen wollen. Vor allem weil Andersson im Angriff ebenso stark ist wie in der Defensive. Ein Multitalent, das einigen Füchse-Spielern gerade fehlt.

Auch Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning freut sich auf Andersson, der für ihn „der nächste Baustein in der Entwicklung der Mannschaft“ ist. „Mit Lasse bekommen wir internationale Erfahrung, eine hohe Qualität in der Abwehr und daraus resultierend mehr Speed im Tempospiel“, sagt Kretzschmar, „damit passt er perfekt zur Philosophie von Jaron Siewert und ist eine wichtige Verstärkung bei der Umsetzung unserer ambitionierten Ziele in den nächsten Jahren.“ Denn auch Siewert (25), der ab Sommer an der Seitenlinie der Berliner für Trainer Velimir Petkovic (63) übernehmen wird, hat einen nicht unbedeutenden Anteil an Anderssons Verpflichtung.

Neu-Trainer Jaron Siewert hatte Einfluss auf Anderssons Entscheidung

„Mich haben die Ideen von Jaron Siewert überzeugt. Es entspricht meiner Einstellung, wie er sich Handball vorstellt und spielen lassen möchte“, sagt Andersson. „Ich freue mich darauf, meine Qualitäten einzubringen und sie auch weiter zu verbessern.“ Laut Anderssons Berater Simon Friis sei es vor allem die Perspektive des Klubs gewesen, die den Dänen in Diensten des FC Barcelona von einem Umzug nach Deutschland überzeugt hat.

Langsam aber sicher lässt sich nämlich erkennen, was Kretzschmar Anfang September mit diesen ambitionierten Zielen meinte, die er in seiner Amtszeit erreichen will. Champions League, nationale Spitze und dabei immer schön auf den Nachwuchs bauen. Die Füchse rüsten sich, um in der kommenden Saison oben anzugreifen, um vielleicht den einen oder anderen Titel zu gewinnen – in Europa und in der Bundesliga.

Was das Titelsammeln angeht, bringt auch Andersson eine Menge Erfahrung mit. Der 1,97 Meter große Rechtshänder holte in den vergangenen drei Jahren, seit seiner Verpflichtung 2016, sowohl die spanische Meisterschaft als auch den Landespokal. Ein dreifacher Doublegewinner also, der ab Sommer im Rückraum der Berliner wirbeln will. „Es ist für mich genau der richtige Verein, denn Berlin gehört zu den Spitzenteams in der Bundesliga und hat zudem noch eine Menge Potential nach oben“, sagt der Däne, der seine Karriere bei Fif Handbold Kopenhagen begann.

Andersson ist der vierte Däne im Füchse-Team

Neben Kapitän Hans Lindberg, Rückraum-Ass Jacob Holm und Kreisläufer Johan Koch wird Andersson der vierte Däne im Team des Tabellensechsten sein. „Es ist toll, dass ich die nächsten drei Jahre ein Teil davon sein darf“, sagt Andersson. Und ganz fremd sind ihm seine neuen Teamkollegen auch nicht. Zumindest Lindberg und Holm kennt der zukünftige Fuchs von seinen Ausflügen zur Nationalmannschaft. Zuletzt traf sich das Trio im Oktober beim Golden-League-Turnier in Aarhus (Dänemark).

Bis sich die Dänen-Kombo dann auch in Berlin trifft, dauert es noch etwas. Aber die Verpflichtung von Andersson hat immerhin soviel Strahlkraft, dass die Vorfreude auf die neue Saison schon größer ist, als sie es normalerweise zu diesem Zeitpunkt der Spielzeit ist. Sie dürfte zudem ein zusätzlicher Motivationsschub sein, die kommenden Wochen mit schwierigen Duellen in der Bundesliga und im Pokal zu überstehen. Denn die durchaus vielversprechende Zukunft hat bei den Füchsen zumindest schon mal angeklopft.

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