Handball

Ungleiches Duo besticht bei den Füchsen Berlin

Kapitän Hans Lindberg und Torhüter Dejan Milosavljev dominieren nicht nur beim Derbysieg gegen Magdeburg das Geschehen bei den Füchsen.

Hans Lindberg (l.) und Dejan Milosavljev (r.) überzeugen mit ihren Leistungen bei den Füchsen Berlin.

Hans Lindberg (l.) und Dejan Milosavljev (r.) überzeugen mit ihren Leistungen bei den Füchsen Berlin.

Foto: EIBNER/Uwe Koch / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Berlin. Es sind genau zwei Namen, die man bei den Füchsen Berlin gerade verantwortlich machen kann. Verantwortlich für den Erfolg, den der Berliner Handball-Bundesligist in den vergangenen Wochen hat. Verantwortlich für die Stabilität, mit der die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic auftritt. Und auch verantwortlich für den 29:27-Derbysieg beim SC Magdeburg, den sich die Berliner am Donnerstagabend erkämpft hatten.

Hans Lindberg und Dejan Milosavljev sind gerade die absoluten Leistungsträger bei den Berlinern. Der eine wegen seiner Tore und seiner Präsenz als Kapitän. Der andere mit seinen Paraden auf Weltklasse-Niveau. Und so war es auch gegen den SCM genau dieses so ungleiche Duo, das den Sprung auf Tabellenplatz fünf ermöglichte – der wendige Rechtsaußen Lindberg, der einige seiner zehn Treffer auf unnachahmliche Weise ins Tor drehte, und der bullige Keeper Milosavljev, der mit 40 Prozent gehaltener Bälle beeindruckte.

Füchse-Keeper Milosavljev macht sogar Nationalkeeper Heinevetter vergessen

Dabei ist es durchaus überraschend, dass genau diese beiden Spieler gerade so überzeugen. Lindberg spielt schließlich schon seine 13. Bundesliga-Saison. Doch der 38-Jährige hat nicht einen Funken weniger Leidenschaft und Kampfbereitschaft als seine jüngeren Teamkollegen. Milosavljev hingegen erlebt seine Bundesliga-Premiere.

Für den 23-Jährigen ist alles neu – das Niveau, das Training, die Stadt, eigentlich ein Großteil seines Lebens. „Die anderen Jungs vom Balkan haben mir geholfen, mich zurechtzufinden. Deshalb bin ich hier so schnell angekommen“, sagte der serbische Nationaltorhüter, der gegen den SCM sogar vergessen ließ, das mit Silvio Heinevetter ein Magdeburg-Experte auf der Bank saß.

Im Siebenmetertraining stehen sich die Teamkollegen gern auch mal gegenüber

Trainer Petkovic weiß aber, dass er sich im Moment zu hundert Prozent auf seinen neuen starken Mann zwischen den Pfosten verlassen kann. „Milo war heiß“, sagte der Coach. „Da musste ich gar nicht viel mit ihm sprechen.“ Und dem Champions-League-Sieger, der im Sommer aus Skopje nach Berlin gekommen war, erklären, was so ein Derby eigentlich bedeutet. Das wusste „Milo“, wie sie ihren neuen Weltklasse-Rückhalt bei den Füchsen nennen, schon von ganz allein. „Ich hab mich gut vorbereitet“, sagte der 23-Jährige. „Das Derby spielst du nicht einfach so. Das musst du mit Herz spielen, und das haben wir gemacht.“

Allen voran er und Lindberg. Die sich auch im Training ganz gern mal gegenüberstehen – beim Siebenmetertraining. „Bei mir hält er keinen Ball“, sagte Lindberg lachend, „aber wir üben noch.“ Viel wichtiger war ja auch, dass auch Magdeburgs Keeper Green am Donnerstagabend keine Mittel gegen Lindbergs Strafwürfe gefunden hatte.

Lindberg ist mit 99 Treffern zweitbester Torschütze der Bundesliga

„Ich hatte Green gut im Griff“, sagte der Weltmeister über Magdeburgs Torhüter, den er aus der dänischen Nationalmannschaft nur allzu gut kennt. „Nur am Ende hab ich leider noch ein paar Bälle verworfen.“ Ja, so kennt man ihn, den Hans Lindberg. Auch nach einem Spiel auf allerhöchstem Niveau ist der Linkshänder noch selbstkritisch. Auch wenn der Nachsatz von einem Augenzwinkern begleitet war, die Wurfquote von 100 Prozent hätte der zweitbeste Torschütze der Liga (99 Treffer) gern noch mitgenommen.

So aber muss das Wissen reichen, dass Lindberg trotz – oder gerade wegen – seiner 38 Jahre aktuell zu den leistungsstärksten Profis in der Bundesliga gehört. Und zusammen mit Milosavljev auch am Sonntag gegen Malmö (16 Uhr, Max-Schmeling-Halle), wenn die Füchse um den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Pokals kämpfen, ein ungleiches aber dafür enorm erfolgreiches Duo bilden wird.

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