Handball

Lindberg ist die Lebensversicherung für die Füchse

Die Füchse Berlin bauen zum Auftakt der Europapokal-Saison an diesem Sonnabend in Malmö auf ihren treffsicheren Kapitän Hans Lindberg.

Hans Lindberg (M.) führte die Füchse in der vergangenen Saison ins Finale des EHF-Pokals.

Hans Lindberg (M.) führte die Füchse in der vergangenen Saison ins Finale des EHF-Pokals.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Hans Lindberg fängt gar nicht erst an zu rechnen. Den Rekordtorschützen der Handball-Bundesliga einholen? „Da müsste ich noch viele Jahre spielen. Oder es müsste in nächster Zeit richtig gut laufen“, sagt der 38 Jahre alte Kapitän der Füchse Berlin. Natürlich nicht ohne ein Lachen. Lindberg weiß, dass die Marke von 2905 Toren, aufgestellt von Südkoreas Handballer des Jahrhunderts, Kyung-Shin Yoon kaum zu knacken ist.

Stolz ist der dänische Weltmeister trotzdem darauf, dass er sich am vergangenen Wochenende auf Rang zwei der ewigen Torjägerliste geschoben hat. Mit nun mehr als 2200 Treffern. Dazu kam noch die Marke vom 1000. verwandelten Siebenmeter. Auch hier liegt der Rechtsaußen jetzt auf Rang zwei des Rankings (hinter Landsmann Lars Christiansen). „Das ist keine Marke, von der ich mir vorgenommen habe, dass ich sie mal knacken will“, sagt Lindberg. „Und ich mach ja nur die Bälle rein.“

Das Final Four Ende Mai ist das Ziel der Füchse

Was so einfach klingt, ist gerade die Lebensversicherung der Füchse. Lindberg ist der treffsicherste Akteur im Team der Berliner, er versenkte in dieser Saison bislang selten weniger als sieben Bälle pro Partie im gegnerischen Kasten. Mit 89 Toren ist er gerade der drittbeste Schütze der Liga. Die Füchse sind auf ihren Dänen angewiesen, auf seine Treffsicherheit, auf seine stoische Ruhe vor jedem Siebenmeter und auf seine Erfahrung aus mittlerweile 13 Jahren Bundesliga. Auch an diesem Sonnabend, wenn die Berliner bei HK Malmö (Schweden) in die Europapokalsaison starten (16 Uhr, Liveticker auf ehftv.com).

Das Hinspiel in der dritten Qualifikationsrunde des EHF-Cups soll schließlich nur eine Zwischenstation sein. „Das ist ein Spiel auf dem Weg zu unserem Ziel“, sagt Lindberg. Das Final Four? „Natürlich!“ Immerhin standen die Füchse in den vergangenen drei Saisons jeweils im Final Four, holten 2015 und 2018 den Titel. „Da gehören wir wieder zum Favoritenfeld“, weiß der Kapitän, „aber dafür müssen wir uns jetzt erstmal qualifizieren.“ Für die Gruppenphase, die nach der Europameisterschaft im Februar beginnt.

Die Austragung des Finalturniers ist zusätzliche Motivation

Neben den zwei Siegen gegen die Rhein-Neckar Löwen (23:22) und Nordhorn (34:24), die dem Vorjahresfinalisten eine Menge Selbstvertrauen gaben, haben die Berliner noch eine zusätzliche Motivation. Der Hauptstadtklub will das Finalturnier Ende Mai (24./25. Mai 2020) in der Heimat austragen. „Das Final Four ist eine Herausforderung. Aber wir haben die Möglichkeit, dass wir hier in Berlin spielen“, sagt Trainer Petkovic. Neben den Füchsen hat sich auch der HBC Nantes aus Frankreich um die Austragung beworben. Welcher der beiden Klubs den Zuschlag bekommt, entscheidet sich vor der Auslosung der Gruppenphase am 28. November. Bei der die Füchse selbstredend auch vertreten sein wollen.

Dazwischen steht allerdings noch Malmö. Der ungeschlagene Tabellenführer der schwedischen Liga, der mit neun Siegen in Folge in die Saison gestartet ist. „Das ist ein Gegner, den wir nicht so richtig kennen. Aber schwedische Mannschaften spielen generell schnellen Handball“, weiß Lindberg und erinnert sich an das letzte Aufeinandertreffen mit einem schwedischen Vertreter: „Ein Teil unserer Mannschaft hat vorletzte Saison gegen Lugi Lund gespielt und gemerkt, dass man sich schon Mühe geben muss, um zu gewinnen.“

Die Konstellation der Liga ist für die Berliner gefährlich

Das sagt der Linkshänder natürlich mit einem Augenzwinkern. Lindberg und auch der Rest der Mannschaft wissen gerade nach den vergangenen Wochen, dass man keinen Gegner unterschätzen sollte. „Die letzten zwei Siege haben auch in den Köpfen der Spieler einiges gemacht, haben ihnen gezeigt, dass man nur mit einhundert Prozent Einstellung, mit Konzentration mit einem Erfolg rechnen kann“, sagt Trainer Petkovic.

Die Auswärtspartie in Malmö soll der Auftakt zu erfolgreichen Wochen werden. Die Füchse reisen schon am Donnerstag nach Magdeburg (19 Uhr, Sky), ehe am Sonntag Malmö zum Rückspiel in die Max-Schmeling-Halle (16 Uhr) kommt. Danach folgen die Bundesliga-Partien gegen Melsungen, Hannover und Kiel sowie das Pokal-Achtelfinale erneut gegen Melsungen. „Meine Jungs sind motiviert. Die wissen um das harte Programm, das jetzt auf uns wartet“, sagt der Coach. Und auch sein Kapitän weiß: „Das sind unfassbar schwere Gegner. Das kann schlecht in der Tabelle aussehen nach den kommenden Spielen, aber es kann auch richtig gut aussehen.“ Auf genauere Rechenspiele verzichtet Lindberg angesichts der Leistungsdichte in der Liga aber dann doch lieber.