Handball

Marian Michalczik: Ein Shootingstar für die Füchse

Rückraum-Ass Michalczik erhält bei den Füchsen einen Dreijahresvertrag und könnte vielleicht schon vor der neuen Saison wechseln.

Rückraumspieler Marian Michalczik (l.) soll den Ausfall von Spielmacher Simon Ernst kompensieren.

Rückraumspieler Marian Michalczik (l.) soll den Ausfall von Spielmacher Simon Ernst kompensieren.

Foto: EIBNER/Uwe Koch / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Berlin. Die Begeisterung schwappte sogar aus dem fernen Portugal nach Berlin. „Aufgrund seines Talents und der Gespräche mit ihm, bin ich zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er eine große Verstärkung für das Füchse-Team der nächsten Jahre sein wird“, ließ Stefan Kretzschmar aus dem Urlaub wissen. Was den neuen Vorstand Sport des Berliner Handball-Bundesligisten so freute? Die Verpflichtung von Marian Michalczik.

Was sich am Mittwochabend verbreitet hatte, machten die Füchse am Donnerstag offiziell. Der 22 Jahre alte Nationalspieler von der GWD Minden wechselt zur Saison 2020/21 zum Hauptstadtklub. „Wir freuen uns, dass Marian sich für uns entschieden hat“, sagte auch Geschäftsführer Bob Hanning der Berliner Morgenpost. „Er hatte viele Angebote von vielen Spitzenklubs.“

Sportvorstand Kretzschmar hatte Michalczik schon länger beobachtet

Der 22 Jahre alte Rückraumspieler erhält bei den Berlinern einen Dreijahresvertrag und soll den Ausfall von Spielmacher Simon Ernst (Kreuzbandriss) auf der Mittelposition kompensieren. „Von ihm erwarten wir uns mehr Variabilität und Torgefahr im Rückraum. Mir haben seine Einstellung zum Leistungssport und sein Wille, Verantwortung übernehmen zu wollen, imponiert“, sagte Kretzschmar, der ab Januar als Sportvorstand bei den Füchsen einsteigt.

Die Handball-Legende hatte den Kapitän der Mindener nicht erst seit der Verletzung von Simon Ernst beobachtet. Michalczik, der bereits 13 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft bestritten hat, gilt als großer Shootingstar der Szene, hat sich in drei Bundesliga-Saisons zum Leistungsträger der Ostwestfalen entwickelt. In dieser Saison hat der Rechtshänder in acht Spielen bereits 36 Tore und 17 Assists vorzuweisen.

„Ich freue mich extrem auf die neue Herausforderung in Berlin. Ich hatte sehr gute Gespräche, und daher war für mich sehr schnell klar, dass ich meinen nächsten Karriereschritt bei den Füchsen gehen möchte“, sagte der Neu-Fuchs zu seinem Wechsel. „Natürlich freue ich mich auch sehr auf die Jungs und die Stadt und bin stolz darauf, ein Teil des neuen Gesichtes der Füchse sein zu dürfen.“

Ein vorzeitiger Wechsel muss noch mit Minden ausgehandelt werden

Wie dieses neue Gesicht des Tabellenachten aussehen wird, werden wohl erst die nächsten Monate zeigen. Wenn Sportvorstand Kretzschmar von Berlin aus die Fäden in die Hand nimmt und die Füchse wieder in die nationale Spitze zurückführen will.

Wenn der 46-Jährige im Januar seine Arbeit aufnimmt, könnte auch Michalczik schon ein Teil der Füchse-Mannschaft sein. Die Berliner wollen den gebürtigen Beckumer schon nach der Hinrunde der aktuellen Bundesliga-Saison in die Hauptstadt locken. „Wir versuchen, ihn schon zur Winterpause zu holen. Darüber müssen wir mit Minden aber noch sprechen“, sagte Hanning.

Der Manager hatte „sehr verärgert“ darauf reagiert, dass Minden den Wechsel schon am Mittwochabend öffentlich gemacht hatte. „Da war der Vertrag noch gar nicht unterschrieben“, sagte der 51-Jährige. Der Klub aus Ostwestfalen hatte den Transfer auf seiner Homepage bekannt gegeben, inklusive Stellungnahme von Mindens Geschäftsführer Frank von Behren, der „enttäuscht“ über den Abgang seines Kapitäns sei und die Entscheidung nun „akzeptieren“ müsse. Als der unterschriebene Vertrag am Donnerstag in Berlin eintrudelte, war aber auch Hanning wieder besänftigt.