Handball

Füchse verlieren in Balingen den Kopf und das Spiel

Die Füchse kassieren beim Aufsteiger Balingen eine 30:31-Niederlage, weil sie den Ausfall von Spielmacher Ernst nicht abfangen können.

Auch Fabian Wiede fehlte am Sonntag gegen Balingen der Biss vor dem gegnerischen Tor.

Auch Fabian Wiede fehlte am Sonntag gegen Balingen der Biss vor dem gegnerischen Tor.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Irgendwo zwischen Berlin und Baden-Württemberg hatten es die Füchse vergessen. Dass sie kämpfen wollten, dieses Spiel beim Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag unbedingt gewinnen wollten. Für ihren Spielmacher Simon Ernst. Und um den Anschluss an die Spitzengruppe der Handball-Bundesliga zu halten.

Die 30:31 (13:14)-Niederlage aber versetzte die Berliner in einen noch tieferen Schockzustand, als es der erneute Kreuzbandriss von Spielmacher Ernst Anfang vergangener Woche getan hatte. „Mit 30 Toren muss man auswärts in Balingen gewinnen“, sagte Rückraumspieler Paul Drux. „Wir hatten gerade einen positiven Lauf und haben uns den selbst kaputt gemacht.“

Petkovics Varianten in der Rückraum-Mitte greifen nicht

Trotz fünf Siegen aus sechs Spielen wirkte der Tabellenachte, der mit Silvio Heinevetter im Tor begann, von Beginn an verunsichert. Zahlreiche Fehlwürfe in den ersten Minuten und ein starker Balingen-Keeper Vladimir Bozic (insgesamt 13 Paraden) verhinderten, dass sich der Hauptstadtklub absetzen konnte.

Vor allem im Angriff fehlte der Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic Konstanz – nicht zuletzt, weil der Coach mal mit Jacob Holm, mal mit Fabian Wiede in der Mitte, mal mit Stipe Mandalinic oder mit Marko Kopljar auf halblinks versuchte, seinen schmerzlich vermissten Spielmacher zu ersetzen. „Er fehlt uns extrem, jetzt müssen wir uns umstellen, Lösungen finden“, forderte Nationalspieler Wiede.

Die Chancenverwertung kostet wieder einmal den Sieg

Die Lösungen gegen Balingen brachten jedenfalls nicht den erhofften Erfolg. Und so waren es nach einer engen ersten Halbzeit die Hausherren, die in Hälfte zwei Richtung Sieg marschierten. Nach 44 Minuten kassierten die Füchse einen Vier-Tore-Rückstand, den Kapitän Hans Lindberg und Kreisläufer Mijajlo Marsenic, beide mit sechs Toren beste Berliner Werfer, zwar noch wieder verkürzen konnten. Für den Auswärtssieg reichte es aber auch deshalb nicht, weil hochkarätige Chancen vor dem gegnerischen Tor fast fahrlässig vergeben wurden. „In der zweiten Halbzeit haben wir einfach den Kopf verloren“, sagte Wiede, der am Montag gemeinsam mit Teamkollege Drux zur deutschen Nationalmannschaft reist.

Trainer Petkovic wird froh sein, dass nun erst einmal zehn Tage Bundesliga-Pause sind. Dann soll ein Ersatzmann für Ernst kommen, um die Lücke zu füllen, die der 25-Jährige im kreativen Zentrum hinterlassen hat. Denn dass am 3. November das Topspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen wartet (13.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle), das haben die Füchse ganz sicher nicht vergessen.