Handball

Die Füchse auf der Suche nach schneller Hilfe

Nach dem Ausfall von Spielmacher Simon Ernst wollen die Füchse schon in der kommenden Woche Ersatz für den Rückraum holen.

Trainer Velimir Petkovic (l.) muss seinen Spielmacher Simon Ernst nun schnellstmöglich ersetzen.

Trainer Velimir Petkovic (l.) muss seinen Spielmacher Simon Ernst nun schnellstmöglich ersetzen.

Foto: Noah Wedel, via www.imago-images.de / imago images/Noah Wedel

Berlin. Es war kaum möglich, sich am Dienstag bei den Füchsen Berlin wieder auf den Sport zu konzentrieren. Der Schock beim Handball-Bundesligisten saß noch tief. Dass sich Spielmacher Simon Ernst beim 27:24-Heimsieg gegen den Bergischen HC am Sonntag zum dritten Mal das Kreuzband gerissen hatte, hat das gesamte Team erschüttert.

Vor der Trainingseinheit am Dienstag sprach der 25-Jährige mit der Mannschaft, versuchte den Fokus wieder auf die bevorstehende Partie bei Aufsteiger Balingen-Weilstetten (Sonntag, 16 Uhr, Sky) zu richten. „Da sind einige Tränen geflossen“, sagte Trainer Velimir Petkovic. Sowohl bei Ernst als auch bei seinen Teamkollegen. „Er ist menschlich und spielerisch sehr beliebt. Wir haben gesehen, welchen Wert er für uns hat.“

Schon in der kommenden Woche soll ein Ernst-Ersatz kommen

Der Spielmacher, der sich in den zwei Monaten nach seinem Comeback beinahe unverzichtbar gemacht hat, wird den Füchsen jetzt aber erstmal fehlen. Wie lange ist offen. Genau, wie die Frage, ob Ernst überhaupt noch einmal aufs Feld zurückkehrt. „Er weiß selbst nicht, was er macht. Der Schock bei ihm ist auch groß“, sagte Petkovic. „Er denkt jetzt an alle möglichen Optionen.“

Eine Option wird dabei das Karriereende sein. Schließlich ist die erneute Verletzung der bereits dritte Riss des Kreuzbandes am rechten Knie. 16 Monate hatte er sich davor zurückgekämpft. „Es ist schwer für ihn sich vorzustellen, den Weg, der hinter ihm liegt, noch einmal zu gehen“, sagte Petkovic, der seinem Rückraum-Ass aber auch gesagt hat, dass er keine übereilten Entscheidungen treffen soll, sich jetzt noch nicht über seine Zukunftspläne äußern muss.

Die Füchse aber müssen sich Gedanken machen, wie sie den Ausfall von Mittelmann Ernst auffangen, damit in dieser Saison die gesteckten Ziele noch erreicht werden. „Es muss jemand kommen und uns auf dieser Position helfen“, sagte Petkovic, der bereits am Montag mit Geschäftsführer Bob Hanning über eine mögliche Nachverpflichtung gesprochen hat. Schon nach dem Spiel gegen Balingen, in der Länderspielpause, soll ein neuer Rückraumspieler geholt werden.

Im EHF-Pokal treffen die Füchse auf Malmö

Eile ist auch deshalb geboten, weil schon am 3. November das Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ansteht. „Wir haben jetzt ein schweres Programm, jetzt kommen Topmannschaften, jetzt kommt der Europapokal“, sagte Petkovic. Wo es für die Füchse im EHF-Pokal hingeht, steht seit Dienstag auch fest. Der Finalist des Vorjahres trifft in der dritten Qualifikationsrunde auf HK Malmö. Am 16. oder 17. November werden die Berliner in Schweden antreten, bevor es am 24. November in der Max-Schmeling-Halle um den Einzug in die Gruppenphase geht.

„Es ist immer ein Vorteil, zu Hause das entscheidende Spiel zu machen“, so der Coach. „Und ein skandinavisches Team ist immer interessant. Da musst du bereit sein, viel zu laufen.“ Einer wird sich besonders über das Los gefreut haben. Für Rechtsaußen Mattias Zachrisson, nach einer Schulter-OP bis Ende des Jahres im Krankenstand, ist der Trip nach Malmö ein Besuch in der schwedischen Heimat. „Er wird dann unser Reiseleiter“, scherzte Petkovic. Immerhin: Ihren Humor haben sie trotz der Hiobsbotschaft nicht verloren.