Handball

Füchse verlieren Abwehrschlacht gegen den Meister

Die Füchse verlieren das Spitzenspiel gegen Meister Flensburg, weil den Handballern aus der Hauptstadt am Ende die Ideen ausgehen.

Füchse-Rückraumspieler Paul Drux (r.) und seine Mannschaft müssen sich starken Flensburgern geschlagen geben.

Füchse-Rückraumspieler Paul Drux (r.) und seine Mannschaft müssen sich starken Flensburgern geschlagen geben.

Foto: Axel Heimken / dpa

Berlin. Sie waren mit großen Ambitionen angetreten. Am Sonntagmittag aber mussten die Füchse Berlin feststellen, dass „wir noch einiges lernen müssen“, wie Paul Drux bilanzierte. Die 23:27 (9:12)-Niederlage im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gegen die SG Flensburg-Handewitt war bitter für die Berliner. Und beendete die Erfolgsserie von vier Siegen in Folge.

„Natürlich sind wir enttäuscht. Wir wollten hier unbedingt was holen“, sagte Nationalspieler Drux. In der ersten Halbzeit hatte es auch tatsächlich so ausgesehen, als könnte für die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic der eine oder andere Punkt drin sein. Die Partie gegen den deutschen Meister wurde zur Abwehrschlacht, in der sich beide Defensivreihen keine Blöße gaben.

Hinten stehen die Füchse sicher, vorne verwerfen sie zu viele Bälle

Nach 20 Minuten hatten die Füchse gerade mal sechs Gegentore der heimstarken Flensburger zugelassen – dank eines erneut sicheren Dejan Milosavljev im Tor (zehn Paraden). Aber in der eigenen Offensive eben auch zu viele Bälle neben das Tor geworfen. „Wir hatten eine deutliche Abschlussschwäche gegenüber den Flensburgern und haben zu viele Fehler gemacht“, sagte Drux.

Und genau die werden gegen ein solches Topteam wie Flensburg sofort bestraft. Das bekamen die Berliner gleich zu Beginn der zweiten Hälfte zu spüren, als der amtierende Titelträger davonzog und fünf Tore zwischen sich und die Gäste aus der Hauptstadt legte (11:16/38. Minute). „Die hatten natürlich etwas Wut im Bauch. Aber Flensburg hat auch einfach eine starke Mannschaft, das wussten wir“, so Rückraumspieler Drux.

Die SG hatte zuletzt zwei Niederlagen gegen Tabellenführer Hannover-Burgdorf einstecken müssen, eine in der Liga, eine im Pokal-Achtelfinale. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen will“, resümierte Flensburgs Trainer Maik Machulla deshalb stolz.

Abwehrchef Gojun muss sich nach zwei Zeitstrafen zurücknehmen

Und die Füchse? Die hatten in Halbzeit zwei vor allem Probleme in der Defensive, weil Abwehrchef Jakov Gojun zwei Zeitstrafen kassiert hatte. Der 33 Jahre alte Kroate musste sich zurücknehmen, saß zeitweise nur auf der Bank, um einem Platzverweis zu entgehen. Weil auch der Offensive um Jacob Holm, mit fünf Toren bester Berliner Werfer, die Ideen ausgingen, um den zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand gegen entfesselt aufspielende Flensburger noch aufzuholen, ging es für die Füchse in der Schlussphase nur noch um Schadensbegrenzung.

„Wir wollen noch ein gutes Ergebnis erzielen“, hatte Trainer Petkovic in seiner letzten Auszeit gefordert, damit seine Mannschaft nicht eine noch herbere Pleite kassiert. Und auch Drux erklärte später, dass das Team unbedingt sein „Gesicht wahren“ wollte. Der zweite Tabellenplatz ist nun jedenfalls erstmal wieder passé, die Füchse müssen sich bis zum nächsten Heimspiel am Sonntag gegen den Bergischen HC (16 Uhr, Schmeling-Halle) mit Platz sieben zufrieden geben. „Gegen den BHC müssen wir dann auf jeden Fall wieder gewinnen“, gab Drux schon mal das nächste Ziel vor.