Kommentar

Füchse haben die richtige Mentalität

Beim Pokalsieg gegen Magdeburg zeigen die Füchse viel Leidenschaft. Das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus, meint Alexandra Gross.

Ein Tänzchen in Ehren: Berlins Paul Drux (l-r), Fabian Wiede, Hans Lindberg und Jacob Tandrup Holm jubeln nach dem Sieg. Marko Bezjak von SC Magdeburg läuft enttäuscht über das Spielfeld.

Ein Tänzchen in Ehren: Berlins Paul Drux (l-r), Fabian Wiede, Hans Lindberg und Jacob Tandrup Holm jubeln nach dem Sieg. Marko Bezjak von SC Magdeburg läuft enttäuscht über das Spielfeld.

Foto: Andreas Gora / dpa

Über Mentalität wurde im deutschen Sport zuletzt viel diskutiert. Dortmunds Fußball-Nationalspieler Marco Reus mag bei diesem Thema mit den Augen rollen. Aber dass Leidenschaft und ein unbedingter Wille den Sieg bringen, lässt sich derzeit jeden Abend bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) beobachten.

Die richtige Einstellung – und nichts anderes ist oberste Pflicht als Profi-Sportler – zeigten auch die Füchse am Dienstagabend in der Max-Schmeling-Halle, als sie im Achtelfinale des DHB-Pokals den Bundesliga-Rivalen SC Magdeburg mit 31:30 (15:16) besiegten. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit setzten sich die Hauptstadt-Handballer am Ende verdient durch.

Der Traum vom Titelgewinn lebt

Das Ergebnis hätte aufgrund der individuellen und spielerischen Klasse sogar höher ausfallen können. Geschenkt. In einem K.o.-Spiel zählen nur Sieg oder Niederlage. Für die Füchse lebt damit der Traum vom zweiten Titelgewinn des deutschen Handball-Pokals nach 2014.

Nachdem die vergangene Saison titellos geendet hatte, ist die Sehnsucht groß. Und nach zuvor drei Niederlagen im Pokal-Wettbewerb gegen den SC Magdeburg ist nun endlich auch der Fluch gegen die Elbstädter besiegt. Die Füchse sind damit klar die Nummer eins im Osten.

Nächste große Prüfung am Sonntag

Auch in der Liga läuft es. Nach dem Stotterstart rangiert das Team von Trainer Velimir Petkovic auf Rang zwei, liegt nur hinter Hannover, aber vor den Rhein-Neckar Löwen, der SG Flensburg-Handewitt und dem deutschen Rekordmeister TWH Kiel. Der Wettbewerb im EHC-Cup hat für die Berliner noch nicht begonnen.

Die Füchse haben zum Saisonstart den Anspruch formuliert, eine Spitzenmannschaft zu sein. Danach sieht es derzeit tatsächlich aus. Auch weil mit der Rückkehr von Marko Kopljar der Kader nahezu komplett ist. Und die Rückkehrer werden von Spiel zu Spiel besser. Das lässt hoffen.

Allerdings kommen in der Bundesliga noch die schweren Gegner. Die erste große Prüfung steht gleich am Sonntag in Flensburg an. Der Meister ist zu Hause leicht favorisiert. Doch mit der richtigen Mentalität kann der fünfte Liga-Sieg in Folge gelingen.