Handball

Füchse werfen sich den Frust von der Seele

Die Füchse Berlin gewinnen 36:27 gegen Stuttgart und zeigen sich nach einem schwachen Saisonstart nicht nur im Angriff stark verbessert.

Kreisläufer Mijajlo Marsenic (l.) war mit fünf Toren einer der besten Werfer der Füchse.

Kreisläufer Mijajlo Marsenic (l.) war mit fünf Toren einer der besten Werfer der Füchse.

Foto: Andreas Goravia www.imago-images.de / imago images / Andreas Gora

Berlin. Simon Ernst freute sich nur kurz, um dann den Blick direkt auf die nächsten Aufgaben zu richten. „So sollten wir in jedem Spiel auftreten“, forderte der Spielmacher der Füchse Berlin. So wie am Sonntagnachmittag beim fulminanten 36:27 (21:15) gegen den TVB Stuttgart, das der Berliner Handball-Bundesligist vor 6318 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle abgeliefert hatte.

„Ich bin sehr zufrieden. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg“, sagte Trainer Velimir Petkovic. Der Coach hatte trotz des jüngsten Sieges gegen Göppingen (28:25) zwei personelle Änderungen vorgenommen. Für den vor allem in der Abwehr unglücklichen Tim Matthes durfte Kevin Struck auf Linksaußen ran. Interessanter aber war die Rochade zwischen den Pfosten. Für den in dieser Saison bisher dauer-überzeugenden Dejan Milosavljev stand Nationalkeeper Silvio Heinevetter im Tor. Martin Ziemer musste mit einem Platz auf der Tribüne vorliebnehmen.

Heinevetter lässt seine Bestform durchblitzen

Und Heinevetter zeigte mit insgesamt 13 Paraden, dass ihm seine Degradierung zum Bankdrücker überhaupt nicht gepasst hat. Mitte der zweiten Halbzeit fing der 34-Jährige sogar einen Stuttgarter Tempogegenstoß im Mittelfeld ab und leitete das 24:18 durch Fabian Wiede ein (37.). Eine Szene, die an einen Heinevetter in Bestform erinnerte.

Und auch seine Teamkollegen auf dem Feld präsentierten sich stärker als in den bisherigen vier Saisonspielen, zeigten in der Offensive eine bislang nicht da gewesene Variabilität und agierten mit Wucht im Angriff. Beleg dafür waren nicht nur die 21 Tore, die die Berliner bis zur Halbzeit ansammelten. Es hatten sich bis zum Pausenpfiff auch alle eingesetzten Feldspieler (immerhin elf) in die Torschützenliste eingetragen.

Am kommenden Sonntag wartet das Auswärtsspiel in Lemgo

Und weil Trainer Petkovic vor der Partie 50 gute Minuten von seiner Mannschaft gefordert hatte – und nicht wie zuletzt nur eine Halbzeit – schüttelten die Füchse die Gäste aus Stuttgart in der zweiten Hälfte ab, bauten ihren Vorsprung durch Michael Müller auf zehn Tore (31:21/47. Minute) aus. „Jeder kann Handball spielen und das haben wir heute bewiesen“, sagte Rückraumspieler Michael Müller. Nach nun zwei Siegen in Folge scheinen die Füchse auf einem guten Weg zurück in die Erfolgsspur zu sein, den sie am kommenden Sonntag in Lemgo (16 Uhr, Sky) weiter verfolgen müssen.