Handball

Füchse verpatzen den Saisonauftakt

Die Füchse Berlin beginnen gegen Leipzig stark, kassieren in letzter Sekunde aber dennoch eine bittere 23:24-Niederlage.

Vor allem in der zweiten Halbzeit finden die Füchse um Mijajlo Marsenic (l.) und Michael Müller keine Mittel gegen den Leipziger Angriff.

Vor allem in der zweiten Halbzeit finden die Füchse um Mijajlo Marsenic (l.) und Michael Müller keine Mittel gegen den Leipziger Angriff.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Jan Kaefervia www.imago-images.de / imago images / Beautiful Sports

Berlin/Leipzig. Mit fassungslosen Blicken saßen Michael Müller und Paul Drux auf der Bank. Trainer Velimir Petkovic stand kopfschüttelnd daneben. Sie alle verstanden nicht wirklich, wie die Füchse Berlin den Auftakt in die neue Saison der Handball-Bundesliga noch so verpatzen konnten. Nach einem furiosen Start setzte es am Sonntag in letzter Sekunde eine 23:24 (14:10)-Niederlage beim SC DHfK Leipzig.

Dabei hatten die Berliner nach der durchwachsenen Vorbereitung eine unerwartet starke erste Halbzeit gezeigt. „So stelle ich mir das vor von der Einstellung und vom Engagement“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Eine stabile Defensive, die in den ersten zehn Minuten kein Gegentor zuließ. Ein variantenreicher Angriff, der nach 13 Minuten auf 7:1 durch Fabian Wiede erhöhte. Und ein Simon Ernst auf der Spielmacher-Position, dem man die Freude über sein Comeback nach 16 Monaten ohne Handball bei nahezu jedem Pass ansah.

In der Halbzeit ist Manager Hanning noch voll des Lobes

„Das war von Anfang an sehr, sehr konzentriert, gut gedeckt. Das hab ich von der Mannschaft lange nicht mehr gesehen“, sagte Hanning noch in der Halbzeitpause. Es war auch nur ein kurzes Vergnügen. Das Team von Coach Petkovic ließ in der zweiten Hälfte all das vermissen, was sie in der ersten so stark gemacht hatte. Die Ideen im Angriff hatten die Berliner ebenso in der Kabine vergessen wie die Stabilität in der Deckung. Leipzig wurde zunehmend stärker, die Füchse verloren währenddessen ihr Selbstvertrauen.

Der Fünf-Tore-Vorsprung schmolz langsam aber sicher auf einen Treffer zusammen. In der 53. Minute musste Torhüter Martin Ziemer den Ball zum 21:21 aus den Maschen suchen. Kurz darauf traf Leipzigs Philipp Weber zur ersten Führung der Gastgeber (54.), die Füchse-Kapitän Hans Lindberg und später Kreisläufer Mijajlo Marsenic noch ausgleichen konnten. Sekunden vor der Schlusssirene schlug der Ball dann jedoch abermals hinter Ziemer ein – Lucas Krzikalla bescherte den Leipzigern den Auftaktsieg, den auch die Füchse gern gefeiert hätten. Waren die Berliner doch schon in der vergangenen Saison mit einer Niederlage (18:21) in Göppingen schlecht in die Saison gestartet.

Serbe Milosavljev überzeugt mit elf Paraden

„In der zweiten Halbzeit haben wir im Angriff zunehmend den Zugriff aufs Spiel verloren und uns dann immer wieder in der gegnerischen Deckung festgerannt“, bilanzierte Hanning. „Wir haben es einfach nicht geschafft, unsere Chancen herauszuspielen und zu nutzen."

Immerhin zwei Füchse ließen die Hoffnung auf Besserung aufkeimen. Weltmeister Lindberg überzeugte mit zehn Toren als zuverlässiger Schütze. Und im Tor ließ Dejan Milosavljev mit elf Paraden aufblitzen, welche Qualitäten er von Champions-League-Sieger Vardar Skopje mit in die Hauptstadt gebracht hat. „Der wird noch besser. Er braucht noch ein Jahr, um sich an das Klima in der Liga zu gewöhnen. Da haben wir eine sehr gute Personalentscheidung getroffen“, sagte Manager Hanning.

Heinevetter fehlt mit grippalem Infekt

Trainer Petkovic hatte nach starken Auftritten in Pokal und Vorbereitung auf den Serben zwischen den Pfosten gesetzt. Zudem war Nationalkeeper Silvio Heinevetter wegen eines Infekts zu Hause geblieben. So kam auch Ziemer, der dritte im Torhüter-Bunde, in der zweiten Halbzeit zu seinem Bundesliga-Debüt für die Füchse.

Wenn die Berliner am kommenden Sonntag (16 Uhr, Sky) in der Max-Schmeling-Halle auf den HC Erlangen treffen, wird aber wohl Heinevetter seinen Teamkollegen Ziemer im Kader ersetzen. Es sollte nicht die einzige Änderung bei den Füchsen sein, will der Hauptstadtklub nicht einen noch größeren Fehlstart in die Saison hinlegen.