Handball

Drei neue Füchse für mehr Kampf und Konkurrenz

Der Berliner Handball-Bundesligist hat sich mit einer Mischung aus Erfahrung und Qualität verstärkt, um wieder oben anzugreifen.

Neu-Fuchs Michael Müller soll im rechten Rückraum für Entlastung sorgen.

Neu-Fuchs Michael Müller soll im rechten Rückraum für Entlastung sorgen.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Die Kaderplanung war in dieser Saison früh abgeschlossen. Schon Ende Mai hatte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning seine Wunschspieler in die Hauptstadt gelockt und damit „alle Probleme gelöst“, die dem Berliner Handball-Bundesligisten in der vergangenen Saison das (Über)Leben schwer gemacht hatten. Wer sind die Neuen und mit welchen Qualitäten sollen sie den Füchsen weiterhelfen?

Dejan Milosavljev (23): Der serbische Nationaltorhüter kommt mit einer Menge Vorschusslorbeer nach Berlin. In der vergangenen Saison holte der 1,96 Meter große Keeper mit Vardar Skopje die Champions League und wurde zum besten Torhüter des Wettbewerbs gekürt. „Aber für ihn ist das jetzt eine große Umstellung. Von Mazedonien nach Deutschland, von Skopje nach Berlin, von Vardar zu den Füchsen“, sagt Trainer Velimir Petkovic. „Ich kenne viele Torhüter, die in die Bundesliga gewechselt sind und im ersten Jahr nicht viel gezeigt haben. Ich möchte nicht, dass uns das mit Dejan passiert. Ich will seine Leistungen hier direkt erleben und dass er uns mit seiner Qualität hilft, unsere Ziele zu erreichen.“ Nach den Eindrücken in der Vorbereitung und im Pokal wird Milosavljev zusammen mit Nationalspieler Silvio Heinevetter das Torhüter-Duo der Füchse bilden.

Martin Ziemer (36): Der Tor-Routinier kam eigentlich als Ersatz für Malte Semisch aus Hannover in die Hauptstadt, sollte die Nummer zwei hinter Heinevetter werden – ehe sich die Füchse auch noch mit Milosavljev verstärkten und Ziemer sich nun in einer Dreierkonkurrenz um den Platz zwischen den Pfosten wiederfindet. „Das wird nicht einfach für ihn“, sagt Trainer Petkovic. „Aber ich werde ihm zur Seite stehen und ihm alle Hilfe zukommen lassen, dass er gesund und in Form bleibt, um uns zu helfen.“ Ziemer wird zu Beginn der Saison wohl erstmal auf der Tribüne Platz nehmen müssen.

Michael Müller (34): Die Verpflichtung des rechten Rückraumspezialisten war vor allem in Fan-Kreisen äußerst umstritten. Müller gilt in der Bundesliga als „enfant terrible“, provozierte oft und gern und war immer wieder in Scharmützel mit Silvio Heinevetter verstrickt. „Jetzt spielen wir ja in einem Team, da hat sich das auch erledigt“, sagt Müller. Bei den Füchsen soll der 34-Jährige Spielmacher Fabian Wiede auf seiner Position entlasten. Und zudem die „Härte in unsere Deckung bringen, die uns in der letzten Saison gefehlt hat“, erklärt Trainer Petkovic.

Und dann wäre da noch Simon Ernst (25): Ganz neu ist der Rückraumspieler zwar nicht. Nach 16 Monaten Handball-Pause ist Ernst bei den Füchsen aber immerhin ein gefühlter Zugang, auch wenn er schon seit Sommer 2018 unter Vertrag steht. „Er ist ein richtig guter Spieler, super ausgebildet. Schade, schade, schade, dass er bisher so viel Pech in seiner Karriere gehabt hat“, sagt Coach Petkovic. Nach zwei Kreuzbandrissen und drei Operationen wird der 25-Jährige langsam aber sicher wieder herangeführt, seine Belastung behutsam gesteuert. „Er braucht noch seine Zeit, aber was er zeigt, ist eine große Hoffnung“, sagt Petkovic, der vor allem in der Spielgestaltung im Angriff auf den Europameister von 2016 setzen will.

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