Pleite gegen Wetzlar

Trotz Niederlage: Füchse holen sich ihren Platz in Europa

Die Berliner verlieren am letzten Spieltag gegen Wetzlar, bleiben aber Sechster. Flensburg feiert die deutsche Meisterschaft.

Jakov Gojun und die Füchse sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Jakov Gojun und die Füchse sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Paul Drux wischte sich die Schweißperlen von der Stirn, Trainer Velimir Petkovic atmete einmal tief durch. Das war noch einmal gut gegangen. Obwohl die Füchse Berlin am letzten Spieltag dieser Handball-Bundesliga-Saison gegen die HSG Wetzlar eine 25:27 (14:11)-Niederlage einstecken mussten, durften sie sich am Ende über Platz sechs und damit die Qualifikation für den EHF-Pokal freuen.

„Damit können wir zufrieden sein“, sagte Nationalspieler Drux. „Die vielen Verletzungen in dieser Saison haben uns schon belastet. Und dann fehlte heute in so einem Spiel auch einfach die Kraft.“ Doch dank der Schützenhilfe vom neuen deutschen Meister Flensburg durfte am Sonntagnachmittag trotzdem gejubelt werden. Weil sich die SG mit einem 27:24-Sieg gegen den Bergischen HC den Titel sicherte und der Aufsteiger nicht mehr an den Berlinern vorbeiziehen konnte. Dass das Team von Trainer Velimir Petkovic überhaupt auf die Konkurrenz schauen musste, war einer schwachen Partie geschuldet. „Das ist eine Riesenenttäuschung für mich. Ich hasse Niederlagen“, sagte der Coach. Die lange Pause von knapp eineinhalb Wochen hatte den Berlinern offensichtlich nicht gut getan.

Unschöner Abschied für drei Füchse

Es fehlte teilweise die Konzentration, den erarbeiteten Vorsprung weiter auszubauen. So ermöglichten die Füchse den Gästen aus Wetzlar sogar die Führung in der 53. Minute (22:23) und den späteren Sieg. Daran konnten weder Torwart Silvio Heinevetter mit starken elf Paraden noch Mattias Zachrisson mit einer überzeugenden Leistung auf der Rückraum-Mitte etwas ändern.

So war es eben ein unschöner Abschied für Bjarki Elisson, Erik Schmidt und Malte Semisch. Ihre Zeit bei den Füchsen mit einer Niederlage zu beenden, war sicher nicht der Plan des Trios. Nach Spielschluss wurden die drei Profis lautstark von den 8704 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle verabschiedet. Tränenreich vor allem bei Elisson. Der Isländer, der zum TBV Lemgo wechselt, hatte verlauten lassen, dass er eigentlich gern in Berlin bleiben wollte. Der Verein aber plant auf seiner Position Linksaußen mit dem Nachwuchs.

Trauer in Bietigheim und Gummersbach

Der Kampf um Europa, er war nicht die einzige spannende Entscheidung, die am letzten Spieltag noch ausstand. Für die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel ging es um Fernduell um den Meistertitel. Allerdings hatten die Kieler, bei denen sich Cheftrainer Alfred Gislason verabschiedete, auf einen Patzer der Flensburger Konkurrenz hoffen müssen. Vergebens.

Während bei den Flensburgern gejubelt wurde, herrschte in Bietigheim und beim VfL Gummersbach tiefe Trauer. Im direkten Duell trennten sich der Aufsteiger und der Traditionsklub aus Nordrhein-Westfalen 25:25 und müssen gemeinsam den Gang in die zweite Liga antreten. Auch weil sich die Eulen Ludwigshafen mit einem 31:30-Sieg gegen Minden in letzter Sekunde noch retten konnten.

Gute Nachrichten gab es dafür schon vor dem Spiel aus dem Füchse-Lager. Rückraumspieler Jacob Holm verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2024. „Ich freue mich auf weitere Jahre mit Jacob. Er passt in die Philosophie der Füchse und ich bin mir sicher, dass wir noch viel Freude mit ihm haben werden“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning.

Talent Matzken unterschreibt Profivertrag

Der Vertrag des dänischen Talents, das sich in seiner ersten Saison bei den Berlinern direkt zum Stammspieler entwickelte, lief ursprünglich bis 2022. Seine Verlängerung darf als Zeichen verstanden werden, wie wohl sich der 23-Jährige in der Hauptstadt fühlt.

Und auch auf Torben Matzken wartet in der kommenden Saison der ein oder andere Bundesliga-Einsatz. Das 19 alte Nachwuchstalent unterschrieb seinen ersten Profivertrag bei den Füchsen und soll in der zweiten Mannschaft an größere Aufgaben herangeführt werden. Die Weichen für die neue Saison sind also gestellt. Doch vorher ist nun erstmal Urlaub angesagt.