Handball

Wie die Füchse im Showdown um Europa kämpfen

Drei Mannschaften, aber nur zwei Startplätze: Für die Füchse Berlin geht es am Pfingstsonntag um die Qualifikation für den EHF-Pokal.

Kapitän Hans Lindberg (M.) und die Füchse wollen auch in der nächsten Saison wieder international spielen.

Kapitän Hans Lindberg (M.) und die Füchse wollen auch in der nächsten Saison wieder international spielen.

Foto: Frank Molter / dpa

Berlin. Die Ausgangslage könnte schlechter sein. Umso bitterer wäre es, wenn die Füchse Berlin am letzten Spieltag dieser Handball-Bundesliga-Saison ihren Europapokalstartplatz noch verspielen würden. Die Berliner müssen sich am Pfingstsonntag gegen die HSG Wetzlar (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle) Rang fünf oder sechs sichern, um in der nächsten Saison im EHF-Cup dabei zu sein. Doch auch Aufsteiger Bergischer HC kämpft noch um seine Chance, international zu spielen. Der Showdown um Europa im Überblick.

Was wäre, wenn: Beste Aussicht auf einen der beiden begehrten Startplätze im Europapokal hat die MT Melsungen auf Rang fünf (zwei Punkte vor den Berlinern). Selbst bei einer Niederlage gegen Lemgo und einem gleichzeitigen Sieg der Füchse wären die Nordhessen qualifiziert. Gefahr für die Berliner droht eher von unten. Sollten die Füchse verlieren und der BHC (punktgleich mit den Füchsen) einen Überraschungssieg gegen Tabellenführer Flensburg landen, droht der siebte Platz und damit das Verpassen des EHF-Pokals. „Wir entscheiden am Sonntag selbst über uns“, sagt Trainer Velimir Petkovic.

Was spricht für wen: Die Füchse haben in dieser Saison bewiesen, dass sie bereit für die ganz großen Spiele sind. Die Finalturniere im DHB-Pokal und im EHF-Pokal haben sich die Berliner teils mit Glanzleistungen, teils mit Arbeitssiegen erkämpft. Zudem kommt dem Team von Coach Petkovic entgegen, dass mit Wetzlar ein Gegner in den Fuchsbau kommt, für den es um nichts mehr geht. Verfolger BHC hingegen muss sich mit dem Meisterschaftsanwärter Flensburg messen, der im Fernduell mit dem THW Kiel unbedingt den Titel holen will. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Flensburg am letzten Spieltag die Meisterschaft verspielt“, sagt Petkovic. „Aber es kann passieren.“

Konsequenzen: Das Ziel dieser Saison war für die Füchse der fünfte Platz oder immerhin das Erreichen des internationalen Geschäfts. Ihnen spielt es in die Karten, dass durch den EHF-Pokaltriumph von Kiel auch der sechste Platz in der Liga für die Europa-Quali reicht. „Das nimmt aber keinen Druck raus. Wir müssen am Sonntag gewinnen“, sagt Füchse-Sportkoordinator Volker Zerbe. Da die Startplätze für die kommende Saison bereits fix sind, „wird es meines Wissens keine Wildcards geben“, sagt Zerbe. Europa wäre also passé für die Berliner, und dann droht nicht nur schlechte Stimmung in der Hauptstadt. Manche, gerade hoch veranlagte Spieler, könnten darüber nachdenken, sich einem anderen Verein anzuschließen, um weiter international zu spielen. „Da machen wir uns für die nächste Saison keine Sorgen. Aber auf lange Sicht ist das sicherlich ein Thema“, sagt Zerbe.