Handball

Die Füchse haben einen Champions-League-Sieger

Die jüngste Füchse-Verpflichtung Dejan Milosavljev überragt beim Final Four in Köln und kommt als Königsklassen-Sieger nach Berlin.

Jubel über den Sieg in der Königsklasse: Dejan Milosavljev pariert im Halbfinale und Endspiel stark.

Jubel über den Sieg in der Königsklasse: Dejan Milosavljev pariert im Halbfinale und Endspiel stark.

Foto: Marco Wolf / picture alliance / Marco Wolf

Berlin. Dejan Milosavljev leistete eine Menge Überzeugungsarbeit. Wer sich im Umfeld der Füchse Berlin noch nicht so recht für die jüngste Verpflichtung des Torhüters von Vardar Skopje erwärmen konnte, dürfte es nach diesem Wochenende getan haben. Der 23-Jährige holte nicht nur – dank eines 27:24-Erfolges gegen das favorisierte Veszprem – mit seinem mazedonischen Klub beim Final Four in Köln den Sieg in der Handball-Champions-League.

Milosavljev war auch maßgeblich daran beteiligt, dass Skopje den zweiten Königsklassen-Titel in seiner Vereinsgeschichte feierte. Im Halbfinale, das die Mazedonier 29:27 gegen Barcelona gewannen, überragte der Serbe mit 15 Paraden und einer Quote von 38 Prozent gehaltenen Würfen – das sind Weltklasse-Werte. Und auch im Finale, trotz kleiner Schwächephasen und einer zwischenzeitlichen Auswechslung, parierte Milosavljev in den wichtigen Momenten.

Zukunft von Vardar Skopje ist ungewiss

Da verwundert es überhaupt nicht, dass der Neu-Fuchs als bester Torhüter in das Allstar-Team dieser Champions-League-Saison gewählt wurde. „In dieser Saison war nur der Himmel die Grenze“, schrieb der Nationalkeeper auf seinem Instagram-Profil. Und fügte an: „Danke Vardara, danke Mazedonien.“

Denn seine Zeit bei Skopje ist nun abgelaufen. Ab Juli wird der Torwart, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2024, in Berlin in der Trainingshalle stehen und eine Menge Champions-League-Glanz mitbringen. Auch einige seiner jetzigen Teamkameraden werden sich andere Vereine suchen. Denn die Zukunft des Champions-League-Siegers ist alles andere als rosig. Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors hatten Milosavljev und Co. in dieser Saison nur unregelmäßig ihre Gehälter bekommen. Wie es weitergeht, ist unsicher.

Füchse kämpfen noch um Europapokalstartplatz

Auch für Petar Nenadic. Der einstige Füchse-Star, der von 2014 bis 2018 drei Titel mit den Berlinern holte (Vereinsweltmeister 2015 und 2016 sowie EHF-Pokalsieger 2015), wusste beim Final Four zu überzeugen. Seine zwölf Tore im Halbfinale gegen Kielce ebneten Veszprem den Weg ins Finale. Weiter aber eben nicht.

Milosavljev ist schon einen Schritt weiter. Ob er aber auch in der kommenden Saison im internationalen Handball-Geschäft auftrumpfen darf, wird man sehen. Die Füchse müssen sich am Sonntag gegen Wetzlar (15 Uhr, Schmeling-Halle) erst noch den Startplatz für den EHF-Pokal erkämpfen.