Kommentar

Jetzt muss es mit der Qualifikation für Europa klappen

Die Füchse haben im EHF-Cup die Sensation verpasst. Es ist ein Muss für sie, auch kommende Saison wieder international zu spielen.

Berlins Johan Koch (l) und Berlins Kevin Struck.

Berlins Johan Koch (l) und Berlins Kevin Struck.

Foto: Frank Molter / dpa

Die Füchse haben im EHF-Cup die Sensation verpasst. Im Finale unterlagen die Berliner Gastgeber THW Kiel (22:26). Trotzdem können die Handballspieler erhobenen Hauptes die Rückreise am Sonntagmorgen antreten, denn sie haben leidenschaftlich gekämpft und im Endspiel gegen die an diesem Abend bessere Mannschaft verloren. Das muss man neidlos anerkennen. Und wenn sich die Enttäuschung bei Spielern und Verantwortlichen gelegt hat, werden sie positiv auf die Europapokalsaison zurückblicken.

Natürlich muss es als Titelverteidiger das Ziel sein, erneut ganz oben auf dem Podest zu stehen. Aber Platz zwei ist allerehrenwert, zumal die Füchse sich in den beiden Spielen des Final Four als kämpferische Einheit präsentiert haben. Gegen Porto haben sie im Halbfinale brilliert, für einen Sieg gegen den deutschen Rekordmeister aus Kiel aber muss an diesem einen Tag einfach alles passen.

Die Füchse haben nicht wirklich viel falsch gemacht, nur im Angriff wurden zu viele Chancen ausgelassen. Am Ende hat zudem auch ein bisschen die Frische gefehlt. Und so waren Trainer Velimir Petkovic und Geschäftsführer Bob Hanning stolz auf ihre Spieler, weil sie sehen konnten, dass die Mannschaft lebt und funktioniert. Das stimmt zuversichtlich, hatte sie doch nach der begeisternden WM im Januar wochenlang in einem sportlichen Tief festgesteckt und unnötige Niederlagen hinnehmen müssen. Jetzt haben die Füchse ihren Rhythmus wiedergefunden.

Locker lassen aber gilt jetzt nicht, die finalen Wochen in der Bundesliga stehen an. Drei Spiele stehen noch aus, und die Füchse stehen unter Druck: Sie müssen am Ende mindestens Platz sechs erreichen, um sich die Teilnahme am Europapokal zu sichern.

Derzeit sind sie Fünfter, aber das Restprogramm hat es in sich. Die Berliner treffen noch auf Top-Klub Rhein-Neckar Löwen, Titelanwärter Flensburg-Handewitt und Wetzlar. Mit der Qualität ihres Kaders und der Erfahrung der vielen Nationalspieler ist es ein Muss, auch kommende Saison wieder international zu spielen. Gerade in einer Metropole wie Berlin, die viele Top-Teams hat und die Konkurrenz groß ist.