Handball

Füchse erreichen Traumfinale gegen Kiel

Die Füchse Berlin erreichten zum dritten Mal in Folge das Finale des EHF-Pokals. Sie besiegten Porto 24:20 und treffen im Endspiel auf Kiel.

Zwei Garanten des Berliner Erfolgs gegen Porto: Silvio Heinevetter (l.) bot eine Weltklasseleistung im Tor, Paul Drux war mit sechs Treffern bester Torschütze.

Zwei Garanten des Berliner Erfolgs gegen Porto: Silvio Heinevetter (l.) bot eine Weltklasseleistung im Tor, Paul Drux war mit sechs Treffern bester Torschütze.

Foto: Sascha Klahn / Bongarts/Getty Images

Kiel. Für die Füchse lebt der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung im Europapokal. Sie besiegten im Halbfinale des EHF-Cups den FC Porto mit 24:20 (12:8) vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Ostsee-Halle in Kiel. Damit kommt es an diesem Sonnabend zum Finale zwischen dem Berliner Handball-Bundesligaklub und Gastgeber THW Kiel (20.45 Uhr).

Das Spiel um Platz drei steigt um 18 Uhr (beide Partien live bei DAZN). Im ersten Halbfinale war der THW seiner Favoritenrolle gerecht geworden, er hatte das dänische Topteam TTH Holstebro klar mit 32:26 (16:14) besiegt.

Seit 2007 noch nie in Kiel gewonnen

Für die Füchse ist es der dritte Final-Einzug in Folge sowie die vierte Endspiel-Teilnahme insgesamt. 2015 und 2018 konnten sie den zweithöchsten europäischen Klub-Wettbewerb bereits gewinnen. Allerdings: Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2007 haben die Füchse in Kiel noch nie gewonnen.

Der einzige Sieg gegen den deutschen Rekordmeister gelang im September 2010 in Berlin unter Trainer Dagur Sigurdsson. „Wir haben dreimal in dieser Saison gegen den THW verloren“, sagte Füchse-Kapitän Hans Lindberg kämpferisch: „Jetzt will ich den Titel.“

Heinevetter wehrt die ersten drei Siebenmeter ab

Für die Füchse ging der Abend schon gut los. Die deutschen Nationalspieler Paul Drux und Fabian Wiede bekamen in der Arena bei der Vorstellung den lautstärksten Applaus. Beide Berliner hatten im Januar bei der WM landesweit für Furore gesorgt. Und Kiel ist bekannt als faires und fachkundiges Publikum. Im Vorjahr in Magdeburg waren die Füchse noch böse ausgepfiffen worden. Drux war es auch, der den ersten Treffer des Abends erzielte (3. Minute). Im Tor war Silvio Heinevetter von Beginn an hellwach. Unter den „Füchse, Füchse“-Rufen der rund 150 mitgereisten Fans wehrte der Keeper in der Anfangsphase gleich mehrere Würfe der Portugiesen ab, hielt zudem nach 13 Minuten schon drei Siebenmeter.

Doch die Berliner Angreifer konnten die guten Gelegenheiten zunächst nicht zu Torerfolgen nutzen, um den 6:4-Vorsprung (16.) auszubauen. Drux und Wiede brachten ihr Team dann aber rechtzeitig vor der Pause mit 12:8 in Führung. Und dann war da immer wieder Heinevetter – zwölf Paraden nach Hälfte eins, das ist Weltklasse.

Füchse zeigen traumhaften Handball

Nach der Pause wuchs die Spannung in der Partie noch mehr. Porto erzwang jetzt mit aggressivem Spiel seine Chancen, die Füchse aber hielten vehement dagegen. Und zeigten teilweise traumhaften Handball. So wie Bjarki Elisson mit einem Kempa-Trick (13:10, 35.) oder Kapitän Hans Lindberg mit einem angedrehten Heber beim Siebenmeter (19:15, 45.).

Die letzten zehn Minuten: Crunch-Time an der Ostsee, und drei Tore Vorsprung für die Füchse (20:17). Die Berliner mobilisierten noch einmal alle Kraftreserven. Und bauten den Vorsprung gar aus (23:19, 57.). Und dann lagen sich alle auch schon in den Armen. Erschöpft, aber glücklich. Geschäftsführer Bob Hanning war stolz: „Das war eine hochkonzentrierte Leistung. Die erste Halbzeit haben wir eine überragende Abwehr gespielt.“