Handball

Mehr Mut täte den Füchsen gut

Am Sonntag gegen Ludwigshafen wollen die Berliner Selbstvertrauen für den EHF-Cup sammeln – und wichtige Punkte im Kampf um Rang fünf.

Füchse-Spielmacher Fabian Wiede (l.) war auch im verlorenen Pokal-Halbfinale kaum zu halten.

Füchse-Spielmacher Fabian Wiede (l.) war auch im verlorenen Pokal-Halbfinale kaum zu halten.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Es sind zwei unscheinbare Zahlen. 279 und 119. Unscheinbar aber wichtig. Denn es sind Mutmacher für die Füchse Berlin. Nicht unbedingt für die Partie in der Handball-Bundesliga am Sonntag gegen die Eulen Ludwigshafen (18.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle). Eher für das anstehende Final Four im EHF-Pokal am nächsten Wochenende in Kiel.

Die beiden Zahlen bestätigen, dass die Berliner durchaus in der Ligaspitze mithalten können. Sie sogar dominieren. Zum einen wäre da Silvio Heinevetter. Der Keeper ist mit 279 Paraden der beste Torhüter der Bundesliga, trug mit seiner Klasse schon bei den knappen Last-Minute-Siegen in Stuttgart (34:33) und Minden (28:27) zum Erfolg bei.

Spielmacher Wiede ist bester Vorlagengeber der Liga

Um zum anderen können die Füchse auf Fabian Wiede zählen. Der Spielmacher steht mit 119 Assists an der Spitze der Vorlagengeber. Er ist quasi das leistungsstärkste Herz, das die Bundesliga zu bieten hat. Und allein die Füchse profitieren davon. „Das ist mein Spiel, meine Mitspieler möglichst gut einzusetzen“, weiß der 25-Jährige.

Das gelingt ihm häufig ziemlich gut, manchmal aber auch nicht. Oft sieht es so aus, als sind Wiedes Leistungsschwankungen auch ein Grund für das Auf und Ab des Tabellensiebten. Ist der Nationalspieler spielbestimmend, läuft es. Hat er ein kleines Leistungstief, schwächelt auch der Rest des Teams.

Nationalspieler Wiede fordert mehr Cleverness

Denn Wiede ist „einer der Spieler, der Sicherheit reinbringt“, wie er selbst sagt. Die ist den Füchsen zuletzt abhanden gekommen. Zusammen mit der Leichtigkeit im Spiel, dem Selbstvertrauen in das eigene Können und der Stabilität der Leistungen. „Was wir in der Hinrunde gezeigt haben, kriegen wir jetzt einfach nicht mehr aufs Feld“, sagt Wiede. „Da fehlt manchmal auch die Konzentration, wir müssen cleverer werden.“

Das Spiel gegen die schon fast abgestiegenen Eulen aus Ludwigshafen ist die letzte Chance zu zeigen, dass es besser geht. Die letzte Chance, um neuen Mut zu schöpfen. Denn nach der Pflicht in der Bundesliga wartet die wohl schwierigste Kür, die aber diese Saison noch retten könnte. Dafür muss der Titelverteidiger aus Berlin beim Final Four im EHF-Pokal im Halbfinale erstmal den FC Porto (17. Mai, 20.45 Uhr in Kiel) schlagen, bevor die Füchse im Finale auf den THW Kiel oder Holstebro treffen würden. „Das sind Kleinigkeiten, die passen müssen, damit du den großen Cup gewinnen kannst“, sagt Trainer Velimir Petkovic.

Trainer Petkovic nutzte Trainingswoche für Porto-Vorbereitung

Kleinigkeiten, die häufig im Kopf entschieden werden. Deshalb war der Coach froh, dass er vor diesen wichtigen Aufgaben Zeit hatte. Viel Zeit, so viele Trainingstage wie schon lange nicht mehr. „Das ist wichtig für den Kopf. Noch wichtiger als die Regeneration für den Körper“, sagt Petkovic. „Ich hab diese Woche genutzt, um uns mehr auf Porto und Kiel vorzubereiten als auf Ludwigshafen.“

Das heißt aber keineswegs, dass sie Füchse das Spiel gegen den Tabellenletzten leichtfertig angehen. Denn ein Sieg wäre so wichtig – für die Stimmung, für den Kampf um den fünften Platz und vor allem für das Selbstvertrauen, das die Berliner für ihre Mission Titelverteidigung in Kiel brauchen werden.

Denn eines steht fest. Der Europapokalstartplatz soll her. Egal ob durch das Erreichen des fünften Platzes in der Bundesliga oder über den Sieg im EHF-Pokal. „Vor uns steht ein riesengroßes Ziel“, sagt Trainer Petkovic. Und um das zu erreichen, zählen nur Siege.