Handball

Füchse rücken ihrem Titel-Traum einen Schritt näher

Nach dem souveränen 30:28-Erfolg im Viertelfinale verfolgen die Berliner im Final Four in Kiel jetzt ihre Mission Titelverteidigung.

Füchse-Nationalspieler Paul Drux (M.) setzt sich gegen drei Gegner durch. ++

Füchse-Nationalspieler Paul Drux (M.) setzt sich gegen drei Gegner durch. ++

Foto: Lisa Ducret / dpa

Berlin. Paul Drux hatte noch gar nicht geschaut, was da eigentlich auf dem grünen T-Shirt steht, das er sich über den Kopf gezogen hatte. „Oh, ja Mission Titelverteidigung“, sagte der Rückraumspieler der Füchse Berlin mit einem breiten Grinsen. Nach dem 30:28 (18:11)-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel des EHF-Pokals gegen die TSV Hannover-Burgdorf am Sonntagnachmittag ist genau das jetzt das Ziel des Berliner Handball-Bundesligisten.

Das Erreichen des Final Four (17./18. Mai in Kiel), es ist der nächste, so wichtige Schritt auf dem Weg zur Titelverteidigung für die Füchse. Und die letzte verbliebene Chance, um diese durchwachsene Saison doch noch mit einem Titel zu beenden. Umso ausgelassener war die Feierlaune, mit der die Berliner – ausgestattet mit eben diesen grünen Final-Shirts – diesen Erfolg mit den 7165 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle feierten. Zurecht, immerhin hatte der Titelverteidiger eine wahrlich überzeugende Partie gezeigt und die zuletzt schwachen Leistungen vergessen lassen.

Berliner lassen von Beginn an keine Zweifel aufkommen

Nur eines hatte an diesem glorreichen Europapokal-Nachmittag gefehlt. Die Spannung. Dass die acht Tore Vorsprung, die die Berliner aus dem Hinspiel am Ostersonntag (34:26) mitgenommen hatten, ein beruhigendes Polster sein würden, war zu erwarten. Wie schnell so ein Vorsprung allerdings wieder schwinden kann, haben die Füchse selbst erlebt, als sie in der vergangenen Saison ebenfalls im Viertelfinal-Rückspiel einen Acht-Tore-Rückstand gegen RK Nexe aufholten und ins Finalturnier einzogen. „So ein Vorsprung gibt schon ein gewisses Selbstvertrauen, aber da muss man auch besonders aufpassen“, sagte Drux.

Die Füchse passten so gut auf, dass nicht einmal eine Sekunde die Gefahr bestand, dass sich Hannover ein Beispiel an der letztjährigen Füchse-Aufholjagd nehmen könnte. Die Berliner beeindruckten von Beginn an mit schnellem Handball, profitierten von vielen technischen Unsauberkeiten und Fehlwürfen der Niedersachsen. Auch deshalb netzte Kreisläufer Mijajlo Marsenic schon nach elf Minuten zur Sieben-Tore-Führung ein (9:2). „Wir wollten gar nicht erst ins Zweifeln kommen“, sagte Drux.

Beide Torhüter glänzen mit acht Paraden in einer Hälfte

Es passte einfach alles zusammen. Silvio Heinevetter pflückte die Bälle der Hannoveraner Angreifer mühelos aus der Luft und glänzte mit acht Paraden allein in der ersten Hälfte. Keeper-Kollege Malte Semisch parierte in Halbzeit zwei ebenso oft. Kapitän Hans Lindberg, mit acht Treffern bester Werfer der Füchse, und seine Teamkollegen im Angriff leisteten sich kaum einen Patzer. „Wir haben richtig gut gespielt, die richtige Einstellung gezeigt“, lobte Trainer Velimir Petkovic. Die Abwehr der Hannoveraner wirkte teilweise überfordert mit den schnellen und variantenreichen Angriffen der Berliner.

Trainer Petkovic kann in Halbzeit zwei durchwechseln

Es passte eben einfach alles zusammen. Daher konnte Trainer Petkovic in der zweiten Halbzeit munter durchwechseln und seinen Leistungsträgern wie Fabian Wiede und Paul Drux eine Pause gönnen. Dass der Sieg deswegen am Ende nicht ganz so deutlich ausfiel, konnte Petkovic verschmerzen. „Ich bin froh, dass ich unseren jungen Spielern Zeit schenken konnte und wir trotzdem gewonnen haben“, sagte der 62-Jährige.

Viel wichtiger war dem Coach, dass er endlich mal wieder zufrieden sein und gleichzeitig einen Sieg seiner Mannschaft bejubeln konnte. Häufig fehlte Petkovic zu seinem Glück ein Erfolg am Ende einer guten Leistung. Ein Schicksal, das die Füchse in den vergangenen drei Wochen sogar gleich zweimal gegen den THW Kiel ereilte.

Halbfinal-Auslosung findet am Dienstag statt

Auch deshalb ist die Freude über den Einzug ins Final Four des EHF-Cups so groß. Die Berliner kriegen noch eine weitere Chance für eine Revanche gegen den Rekordmeister, der Gastgeber des Finalturniers ist. Ob sie am 17. Mai schon im Halbfinale auf den Bundesliga-Kontrahenten treffen oder möglicherweise erst im Finale am Sonnabend (18. Mai) bleibt abzuwarten.

Die Auslosung findet am Dienstag um 11 Uhr in Kiel statt. „Wir haben gezeigt, dass Kiel nicht unschlagbar ist“, sagte Trainer Petkovic mit entschlossenem Blick. Nach der Vorstellung seiner Mannschaft im Viertelfinale gehen die Füchse auch sicherlich nicht als Underdog in dieses Finalturnier.