Handball

Fünf Minuten kosten die Füchse den Sieg gegen THW Kiel

Die Berliner kämpfen im Topspiel gegen den THW Kiel, müssen am Ende aber doch eine bittere 29:30-Niederlage hinnehmen.

Fabian Wiede (M.) schleicht mit hängendem Kopf davon. Dahinter feiert der THW Kiel seinen Sieg in der Schmeling-Halle.

Fabian Wiede (M.) schleicht mit hängendem Kopf davon. Dahinter feiert der THW Kiel seinen Sieg in der Schmeling-Halle.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Es waren nur fünf Minuten. Fünf Minuten, mit denen Velimir Petkovic am Ende haderte. „Ansonsten kann ich meinen Jungs keinen Vorwurf machen“, sagte der Trainer der Füchse Berlin. Doch in diesen besagten fünf Minuten hatte sein Team am Donnerstagabend das Spiel aus der Hand gegeben und musste auch deswegen ein 29:30 (15:13) gegen den THW Kiel hinnehmen.

Dabei sollte es doch die Revanche für das verlorene Pokalhalbfinale vor eineinhalb Wochen in Hamburg werden. Für diese bittere Niederlage, die der Berliner Handball-Bundesligist gegen überlegende Kieler hatte hinnehmen müssen. Und tatsächlich waren die Füchse auch gar nicht so weit von der Revanche entfernt. „Wir hatten die Chance, Kiel zu schlagen“, sagte Kapitän Hans Lindberg. Doch der Kempa-Trick, der für den letzten Angriff des Spiels - 25 Sekunden vor Schluss, beim Stand von 29:30 - angesagt war, wollte nicht glücken.

Füchse konnten erst einmal gegen Kiel gewinnen

„Wenn wir diesen letzten Angriff besser spielen, holen wir nicht unverdient dieses Unentschieden“, sagte Coach Petkovic, der mit seiner Mannschaft nun seit vier Bundesliga-Niederlagen auf einen Sieg wartet. Also war das Bild nach Spielende ein bekanntes: hängende Köpfe aufseiten der Füchse, eine feiernde Jubeltraube beim THW.

Nicht nur das bereits verlorene Pokalhalbfinale, auch ein Blick in die Geschichtsbücher ließ so etwas schon erahnen. Den letzten und einzigen Sieg der Berliner gegen den THW gab es 2010. Die übrigen Duelle gingen verloren, abgesehen von zwei hart erkämpften Unentschieden (2012 und 2017).

Kapitän Lindberg ist bester Werfer

Hart gekämpft wurde auch im jüngsten Aufeinandertreffen. Die 10.000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bekamen eine unterhaltsame Partie geboten, in der kein Klassenunterschied zwischen dem Tabellenzweiten und dem Sechsten zu erkennen war. Die Füchse arbeiteten, wollten beweisen, dass sie es doch so viel besser können, als sie noch in Hamburg gezeigt hatten.

Und tatsächlich erspielten sich die Berliner mit einer deutlich verbesserten Chancenauswertung und einer stabilen Abwehr, die an ihre Glanzzeiten in der Hinrunde anknüpfte, eine Drei-Tore-Führung. Kapitän Lindberg, wieder einmal mit sieben Toren bester Werfer der Füchse, drehte den Ball galant an THW-Keeper Niklas Landin zum 13:10 vorbei (27. Minute). „Wir haben uns als Mannschaft gut verkauft, haben richtig gekämpft“, sagte Lindberg.

Berliner kontern einen Vier-Tore-Rückstand

Der Rekordmeister aus Kiel wäre aber wohl nicht der Rekordmeister, wenn er sich nicht mit aller Macht gegen die zur Halbzeit drohende Niederlage gestemmt hätte. Dafür brauchte das Team von Trainer Alfred Gislason gerade einmal die ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff.

Diese besagten fünf Minuten, die Trainer Petkovic so frustrierten. „Das ist ärgerlich, dass wir da fünf Minuten Ausfall haben. Das war die einzige Phase, die nicht hätte sein müssen und die hat uns den Sieg gekostet“, sagte auch Lindberg. Denn Kiel zog davon, bescherte den Füchsen einen Vier-Tore-Rückstand (22:26/50.).

Am Sonntag wartet schon das nächste Duell gegen Hannover

Aber war es die lautstarke Kulisse? Die Atmosphäre dieses Topspiels, das seinem Namen mehr als gerecht wurde? Die Füchse jedenfalls arbeiteten weiter, verkürzten durch Kreisläufer Mijajlo Marsenic noch einmal auf 28:29 (58.). „Wir haben gekämpft gegen eine starke Mannschaft. Haben nicht aufgehört nach dem großen Rückstand“, lobte Trainer Petkovic.

Den gleichen Kampfgeist erhofft sich der 62-Jährige nun auch am Ostersonntag. Dann steht für die Füchse das Viertelfinale im EHF-Cup an. Im Hinspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf (15 Uhr, DAZN) soll dann aber endlich ein Sieg und der erste Schritt Richtung Final Four (17./18. Mai in Kiel) her.