Handball

Silvio Heinevetter verlässt die Füchse Berlin

Der Nationaltorhüter spielt seit 2009 für Berlins Handballer. Ab Sommer 2020 wird er für einen anderen Bundesligisten im Tor stehen.

Silvio Heinevetter will seinen Vertrag bei den Füchsen über 2020 hinaus nicht verlängern.

Silvio Heinevetter will seinen Vertrag bei den Füchsen über 2020 hinaus nicht verlängern.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Vor dem Empfang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montagnachmittag wollte Silvio Heinevetter dann doch noch etwas loswerden. „Nach über zehn Jahren, Berlin und die Füchse zu verlassen, war für mich eine wahnsinnig schwere Entscheidung“, schrieb der 34-Jährige bei Instagram.

Am Wochenende beim Final Four des DHB-Pokals hatte man bereits gemunkelt, dass der Torhüter seine Zukunft nicht beim Berliner Handball-Bundesligisten sieht. Am Sonntagabend hatte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning die Gerüchte dann bestätigt. „Nach dem Pokalhalbfinale am Sonnabend hat Silvio mir mitgeteilt, dass er im Sommer 2020 gehen wird“, sagte Hanning.

Offene und ehrliche Gespräche mit dem Verein

Bei der MT Melsungen will Heinevetter ein neues Kapitel seiner langen Bundesliga-Karriere schreiben, hat einen Zweijahresvertrag beim Tabellenfünften unterschrieben. Überrascht hat das bei den Verantwortlichen der Füchse kaum jemanden. „Es waren von Anfang an sehr offene und ehrliche Gespräche“, sagt Boss Hanning. „Am Ende einer Karriere, nach zehn Jahren beim gleichen Verein, ist es legitim, nochmal einen neuen Reiz zu wählen.“

2009 war der damals 24-Jährige aus Magdeburg in die Hauptstadt gewechselt, galt als einer der besten Torhüter im Handball-Kosmos. Die Hoffnungen, die in den Keeper gesetzt wurden, bestätigte Heinevetter. Er wurde nicht nur mit der deutschen Nationalmannschaft Olympiadritter (2016) und Europameister (2018), bei den Füchsen sammelte der Keeper einen Pokalsieg (2014), zwei Titel im EHF-Pokal (2015 und 2018) und wurde zweimal Klub-Weltmeister (2015 und 2016).

Vorzeitiger Wechsel nach Melsungen kommt nicht infrage

Mit seiner emotionalen Art auf dem Spielfeld entwickelte sich Heinevetter zum Führungsspieler. Diskutierfreudig, aggressiv, polarisierend und doch immer überzeugend mit spektakulären Paraden. „Er war eines unserer Gesichter, wir hatten miteinander eine schöne Zeit“, sagt Hanning. Eine Zeit, die trotz des offiziellen Wechsels noch nicht zu Ende ist.

Der Rest dieser Spielzeit und eine gesamte Saison bleiben Heinevetter und den Füchsen noch, um ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben. Denn ein frühzeitiger Wechsel nach Melsungen komme nicht infrage. Außerdem besteht in seiner zehnten Saison bei den Füchsen noch immer die Chance auf einen Erfolg im EHF-Pokal (Viertelfinale am 21. und 28. April gegen die TSV Hannover-Burgdorf).

Bei der MT trifft er auf Kollegen aus der Nationalmannschaft

Der Fokus gilt also weiterhin seinem aktuellen Klub. Trotzdem ging schon einmal ein erstes Dankeschön in Richtung Nordhessen. „Die MT Melsungen hat mir viel Wertschätzung entgegen gebracht und um mich gekämpft, wie man es sonst nur für eine tolle Frau macht.“ In Melsungen wird Heinevetter einige gute Bekannte treffen. Nationalmannschaftskollegen wie Tobias Reichmann und Zimmerkollege Finn Lemke zählen bei den Nordhessen zu den Leistungsträgern. Zudem wird auch Nationalspieler Kai Häfner im Sommer 2020 zur MT wechseln.

Die zukünftigen Teamkollegen kämpfen in dieser Woche aber nun erstmal zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft um die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 in Polen.

Mehr über die Füchse Berlin lesen Sie hier.