Handball

Füchse machen Schritt in die wichtige Richtung

Warum die Berliner trotz Niederlage im Pokalhalbfinale hoffnungsvoll auf die nächsten schwierigen Aufgaben blicken.

Paul Drux (M./im Duell mit Kiels Steffen Weinhold) und die Füchse Berlin schöpfen aus dem Aus im Pokalhalbfinale Hoffnung für die kommenden Wochen.

Paul Drux (M./im Duell mit Kiels Steffen Weinhold) und die Füchse Berlin schöpfen aus dem Aus im Pokalhalbfinale Hoffnung für die kommenden Wochen.

Foto: Axel Heimken / dpa

Hamburg. Es war nicht unbedingt das, was sie sich erhofft hatten. Es glänzte nicht silbern, war nicht 49 Zentimeter hoch und auch nicht 3,5 Kilogramm schwer – es war eben nicht der DHB-Pokal, den die Füchse Berlin am Sonntag auf der Heimreise vom Final Four in Hamburg im Gepäck hatten. Was der Handball-Bundesligist aber dabei hatte, war vielleicht fast genauso wertvoll.

Manager Hanning sieht Verbesserung

Es waren Erkenntnisse aus der 22:24-Niederlage im Halbfinale gegen den THW Kiel. Positive Erkenntnisse, die die Enttäuschung über den zerplatzten Titeltraum am späten Sonnabend fast schon nebensächlich wirken ließen. „Auch wir können Handball spielen“, stellte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning erleichtert fest.

Ein Fakt, den die Berliner in den vergangenen Wochen, in denen sie eine Pleite nach der nächsten kassierten und selbst bei Siegen nicht richtig überzeugen konnten, nicht so häufig bewiesen hatten.

Kiel holt sich gegen Magdeburg den Titel

Doch gegen den Rekordtitelträger aus Kiel, der sich und seinem scheidenden Trainer Alfred Gislason im Finale am Sonntag gegen den SC Magdeburg seinen elften Titel sicherte (28:24), hatten sie genau das getan: Handball gespielt. Allerdings erst in der zweiten Halbzeit – etwas zu spät, um noch ins Endspiel einzuziehen. „Auf das, was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, können wir aufbauen und uns auf die nächsten Spiele vorbereiten“, sagte Trainer Velimir Petkovic, der trotz einer äußerst schwachen ersten Halbzeit nichts Negatives über die Leistung seiner Mannschaft sagen wollte.

In Liga und EHF-Cup warten wegweisende Spiele

Denn für die Füchse gilt es nun das im Fokus zu behalten, was besser funktioniert hatte als zuletzt. Die Abwehrleistung zum Beispiel. Für Kiel reichte es nur zu 24 Toren, weil die Deckung um Defensiv-Chef Jakov Gojun ihre Motivation und ihren Willen wiedergefunden hatte, bedingungslos zu verteidigen.

Die Hoffnung bleibt, dass die Berliner gerade noch zum richtigen Zeitpunkt die Kurve gekriegt haben. Einen Schritt in die eben wirklich wichtige Richtung gemacht haben. Zum Saisonendspurt, im Kampf um Platz fünf, für das nächste Duell mit dem THW Kiel (18. April, 19 Uhr, Schmeling-Halle) und ums Final Four im EHF-Pokal (17./18. Mai in Kiel).

„Wir haben noch schwere Aufgaben vor der Brust. Da macht das Mut und Hoffnung, dass das jetzt wieder absolut in die richtige Richtung unterwegs ist“, sagte Hanning. Auch durch kreative Momente im Angriff wuchs die Zuversicht, dass die Krise der Berliner bald ein Ende haben würde. „Wir haben gesehen, was wir können, wenn wir den kompletten Kader haben. Wenn wir kombinieren und wechseln können“, sagte Petkovic. „Wir sind schon eine gute Mannschaft, wenn wir eine komplette Mannschaft sind.“

Heinevetter offenbar vor Wechsel nach Melsungen

Diese komplette Mannschaft wird in dieser Woche erstmal wieder auseinandergerissen. Fabian Wiede, Silvio Heinevetter und Paul Drux reisen zur deutschen Nationalmannschaft. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop trifft am Mittwoch (18 Uhr in Gliwice) und am Sonnabend (14 Uhr in Halle/Westfalen) in der EM-Qualifikation auf Polen.

Füchse-Torhüter Heinevetter werden Gerüchte um seine Zukunft in die Länderspielwoche begleiten. Am Rande des Final Four in Hamburg wurde gemunkelt, dass der 34-Jährige seinen Vertrag bei den Berlinern über 2020 nicht verlängern wird. Offenbar hat Bundesligist MT Melsungen Interesse am Nationalkeeper angemeldet.