Handball

Die Füchse sind im EHF-Cup auf Titelkurs

Die Füchse Berlin gewinnen die Neuauflage des letztjährigen EHF-Cup-Finals gegen die Franzosen von St. Raphael.

Der Berliner Fabian Wiede im Angriffsmodus.

Der Berliner Fabian Wiede im Angriffsmodus.

Berlin. Kurz zuckte die rechte Augenbraue, dann hob Velimir Petkovic an. „Ich will noch zwei Siege in diesem Jahr gegen St. Raphael“, sagte der Trainer der Füchse Berlin nach dem 33:29 (17:15) im ersten Spiel der Gruppenphase des EHF-Cups gegen den französischen Topklub. Der Coach lächelte: „Einen Erfolg im Rückspiel und dann noch einen im Finale im Mai in Kiel.“

Dieses Drehbuch wäre ganz nach dem Geschmack des Berliner Handballklubs und Titelverteidigers. Die Füchse hoffen auf den erneuten Triumph im zweithöchsten europäischen Klub-Wettbewerb, der mit 100.000 Euro belohnt wird. Neben dem Verein von der Cote d’Azur treffen die Füchse in der Gruppenphase noch auf BM Logrono La Rioja aus Spanien und Balatonfüred KSE aus Ungarn (jeweils Hin- und Rückspiel). „Das ist eine hochattraktive wie auch schwere Gruppe“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning, „wir messen uns mit den stärksten Ligen der Welt.“ Am Donnerstag treten die Füchse in Ungarn an.

Mit dem hart erkämpften Sieg über St. Raphael legten die Berliner den Grundstein für die Titelverteidigung. Und bescherten ihrem Manager vor 6351 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle zugleich auch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Am Sonnabend war Hanning 51 Jahre alt geworden. Hanning war es auch, der vor der Partie Fabian Wiede und Hans Lindberg geehrt hatte. Der Nationalspieler Wiede war bei der WM im Januar als einziger Deutscher ins Allstar-Team gewählt worden, nachdem er mit der DHB-Auswahl bei den Titelkämpfen Vierter geworden war. Der Däne Lindberg feierte nach einem überragenden Turnier den WM-Titel.

Die Füchse hatten nach dem verpatzten Rückrundenstart in der Bundesliga am vergangenen Donnerstag in Lemgo (30:34) etwas gutzumachen. In der Neuauflage des letztjährigen Europacup-Finals begannen die Füchse denn auch tempo- und ideenreich. Im Tor zeigte sich Silvio Heinevetter (insgesamt 20 Paraden) gut aufgelegt und hielt gleich den ersten Wurfversuch der Franzosen. Im Gegenzug dann traf Weltmeister Lindberg zum 1:0.

Die Berliner übernahmen in der Partie sogleich die Regie, angeführt von Wiede, der mal kluge Pässe spielte, oder aber mit seinem linken Wurfarm durchlud und unhaltbar einnetzte. Er brachte die Berliner in der 9. Minute mit 9:5 in Führung. Im Angriff überzeugten die Füchse, wenngleich sie es durch das Auslassen einiger guter Chancen verpassten, sich von den Franzosen abzusetzen. „Wir haben in der ersten Hälfte sehr guten Handball gezeigt, nur ein paar gute Bälle verworfen“, sagte Trainer Petkovic.

Drux und Lindberg mit sieben Toren beste Werfer

So blieb es im Spiel mit den Franzosen spannend. In der 41. Minute schafften die Gäste gar den Ausgleich zum 21:21, ehe Linksaußen Bjarki Elisson die Füchse wieder in Führung warf. Diese gaben sie nicht mehr aus der Hand. „Das war ein ganz harter Kampf, wir sind gelaufen ohne Ende“, sagte der Isländer Elisson später sichtlich erschöpft, aber glücklich. „Wir haben voll gegengehalten und die zwei Punkte geholt, das ist, was am Ende zählt.“ Und Nationalspieler Paul Drux, mit Lindberg (je sieben Tore) bester Berliner Werfer, freute sich „über den Befreiungsschlag“ nach der Niederlage in Lemgo. „Am Ende hat auf beiden Seiten ein bisschen die Kraft gefehlt, aber wir haben das clever gemacht. Das ist jetzt eine gute Basis für das Spiel in Ungarn.“

Die Partie am Sonntag war bereits das siebte Duell mit St. Raphael. Fünf Mal gingen die Füchse als Sieger vom Platz. „Das ist für uns jetzt immer gut gelaufen“, sagte Petkovic, „immer wenn es um etwas geht, haben wir gewonnen.“ Und das soll auch so bleiben.

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