Handball

Mit der Erfahrung des Weltmeisters

Die Füchse Berlin um Dänemarks Titelträger Hans Lindberg starten heute in Lemgo in die Bundesliga-Rückrunde.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin.  Der Weltmeister hatte es sich gemütlich gemacht. Hinten im Bus, in der letzten Reihe hatte sich Hans Lindberg ausgestreckt. Der Kapitän der Füchse Berlin wollte die sechs Stunden Fahrt am Mittwoch nach Lemgo nutzen, um sich nochmal ein wenig auszuruhen. Um den Fokus wieder auf die Handball-Bundesliga zu richten, die für die Berliner heute mit dem Spiel beim TBV Lemgo (19 Uhr, Konferenz frei empfangbar bei Sky Sport News HD, Einzelspiel bei Sky) aus der WM-Pause zurückkehrt.

Viel Zeit blieb dem dänischen Nationalspieler nicht, um seinen Titel-Triumph von vor eineinhalb Wochen zu verarbeiten. „Ich hatte ein paar Tage Ruhe. Wobei, was heißt Ruhe, wir haben ein paar Tage gefeiert, und dann war ich ein paar Tage bei meinen Eltern in der Heimat“, erzählt Lindberg. „Da haben wir dann in Ruhe gefeiert.“ Mit gutem Essen und einem Glas Rotwein.

Lindberg absolvierte bereits sein 16. Turnier

Die wilde Party war schließlich schon direkt nach dem Finale gestartet. 30.000 Menschen hatten ihren Titel-Helden auf dem Kopenhagener Rathausplatz gehuldigt. „Bei zwei Grad und Nieselregen. Das ist doch verrückt“, sagt Lindberg lachend. Die Euphorie, die er und sein Team in der Heimat entfacht haben, hat sie alle überwältigt.

Sie soll nun dabei helfen, raus aus der WM-Blase zurück in den Liga-Alltag zu finden. Aber was das angeht, ist der 37-Jährige ein alter Hase. „Das war mein 16. Turnier, von daher habe ich das schon ein paar Mal mitgemacht“, sagt der Rechtsaußen. Es ist diese Erfahrung, auf die sie bei den Füchsen jetzt setzen, um schnell wieder den Liga-Rhythmus aufzunehmen. „Je schneller das funktioniert, desto besser ist das für die Mannschaft, und wir werden Erfolg haben“, weiß auch Trainer Velimir Petkovic.

Trainer Petkovic sieht kein Problem in der Belastung

Denn das Spiel in Lemgo ist für die Berliner der Auftakt in einen anstrengenden Februar. Sieben Spiele in 20 Tagen, darunter zwei Auswärtsspiele in der Gruppenphase des EHF-Pokals. Reisen nach Ungarn und in die spanische Provinz nach Logrono inklusive. Für Coach Petkovic ist das aber noch lange kein Grund, sich zu beschweren oder in die allerorts geführte Diskussion um die Überbelastung der Profis einzusteigen. „Wir reden nicht darüber. Wenn wir uns täglich damit beschäftigen, dann sind wir noch mehr kaputt“, sagt der Füchse-Trainer. Für den 62-Jährigen ist das sowieso ein hausgemachtes Problem. „Diese sieben Spiele haben wir uns verdient, die haben wir uns selbst erarbeitet. Wir hätten im EHF-Pokal gegen Aalborg auch rausfliegen können, dann hätten wir jetzt keine sieben Spiele, sondern nur drei in der Bundesliga“, sagt Petkovic. „Aber wir wollten dieses Programm, haben uns die Gruppenphase schwer erkämpft.“

Nun ist der volle Terminkalender eben da und muss bewältigt werden. „Wer das schafft, wird Erfolg haben. Wer das nicht schafft, wird ins Mittelmaß fallen“, sagt Petkovic. Und Mittelmaß ist nicht das, was die Füchse anstreben. „Große Ziele“ haben sie, sagt Lindberg. Und die wollen sie trotz kräftezehrender WM nun möglichst ausgeruht angehen.