Handball

Füchse wollen mit 205-Tore-Trio zum vierten Sieg in Serie

Dazu muss am Sonntag aber Magdeburgs Topschütze Matthias Musche gestoppt werden.

Hans Lindberg (r.) zählt zu den besten Torschützen der Füchse.

Hans Lindberg (r.) zählt zu den besten Torschützen der Füchse.

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments/Basting

Berlin.  Velimir Petkovic erinnert sich noch ganz genau. An die grimmigen Gesichter, die Beleidigungen und die Pfiffe. Das Verhalten der Fans des SC Magdeburg Ende Mai im Final Four um den EHF-Cup hat tiefe Wunden beim Trainer der Füchse Berlin hinterlassen. „Das war schmutzig, so was habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt“, sagte der 62-Jährige. Das Publikum in Magdeburg hatten den Erzrivalen aus der Hauptstadt im Finale gnadenlos ausgebuht. Den Titel hatten sich die Füchse trotzdem geholt.

An diesem Sonntag (13.30 Uhr, Sky und im Livestream auf rbb.de) kehrt der Berliner Handball-Bundesligist nun an den Ort des Geschehens zurück. „Da musste ich meine Mannschaft nicht motivieren. Die haben uns damals sehr beleidigt, und das bleibt“, sagte Petkovic. Doch das Duell der Tabellennachbarn hält noch viel mehr Zündstoff bereit als diese Vorgeschichte. Es ist der Kampf der Torschützen. Alle gegen einen.

Musche knackt 100-Tore-Marke schon im Oktober

Denn beim SCM konzentriert sich gerade im Angriff alles auf Matthias Musche. Der 26-Jährige, jüngst in den 18er-Kader für die WM im Januar (10. bis 27.) berufen, knackte schon im elften Saisonspiel Mitte Oktober die 100-Tore-Marke, ist mit 152 Toren der Toptorjäger der Liga. Zweistellige Trefferzahlen sind keine Seltenheit für den Linksaußen. „Musche hat eine überragende erste Saisonhälfte gespielt. So wie Magdeburg spielt, das kommt ihm entgegen. Viele Gegenstöße, hohes Tempo“, sagte Füchse-Kapitän Hans Lindberg.

Das ist aber noch lange kein Grund, dem Super-Schützen aus Magdeburg kampflos das Feld zu überlassen. „Wir werden alles tun, um ihn zu stoppen. Wir spielen eine so gute Deckung. Da habe ich keine Angst, dass er zehn Tore macht“, sagte Petkovic. Vor allem, weil sich der 62-Jährige nicht nur auf seine Abwehr verlassen kann. In dieser Saison herrscht in seinem Team auch im Angriff eine neue Vielfalt. Dem 152-Tore-Mann setzen die Füchse ein 205-Tore-Trio entgegen: Jacob Holm (70 Tore), Frederik Simak (68) und Lindberg (67). Nicht zu vergessen die treffsicher gestarteten Mattias Zachrisson (39) und Fabian Wiede (37), die durch Verletzungen am Ausbau ihrer Torquoten gehindert wurden.

Noch in der vergangenen Saison fokussierte sich aber auch bei den Füchsen fast alles auf einen Torschützen. Petar Nenadic traf in den 18 Spielen vor seinem Wechsel im Januar nach Vezsprem 114 Mal. Nur Steffen Fäth (142) und Lindberg (169) konnten den abgewanderten Torjäger in der Rückrunde noch übertrumpfen. „Mit Petar hatten wir eine andere Art zu spielen, haben uns viel auf ihn verlassen. Jetzt haben wir unser Spiel geändert. Mit mehr Tempo und im Kollektiv“, sagte Lindberg.

Berliner könnten Abstand auf zwei Punkte verkürzen

Ein Kollektiv, in dem sich bereits 17 Spieler in die Torschützenliste eingetragen haben. Und in dem nicht immer einer heraussticht. Noch am Dienstag beim Pokal-Triumph gegen die Rhein-Neckar Löwen (37:35 n.V.) waren es gleich drei, die mit sieben Toren glänzten. Gegen Leipzig (26:23) zwei Tage zuvor überzeugten acht Füchse mit zwei oder mehr Treffern. „Das spricht für uns, für unsere Breite und für unsere Qualität“, sagte Petkovic. „Ich glaube, dass es gegen uns schwieriger ist, als gegen ein Team, in dem sich alles auf einen fokussiert.“

Das hatte auch schon das Hinspiel gezeigt. Als die Füchse Magdeburg mit 27:24 schlugen. Mit dem vierten Sieg in Folge könnten sich die Berliner heute auf zwei Punkte an den SCM heranpirschen. Und auch noch Petkovics Wunsch, bis Weihnachten alle Spiele zu gewinnen, erfüllen. Es wäre ein schöner Start ins Weihnachtsfest.