Handball

Füchse-Gegner ist das Überraschungsteam der Saison

Der Bergischen HC ist kein gewöhnlicher Aufsteiger. Als Tabellensiebter reist er nun nach Berlin.

Erfolgscoach Sebastian Hinze (r.) trainiert den Bergischen HC bereits im sechsten Jahr.

Erfolgscoach Sebastian Hinze (r.) trainiert den Bergischen HC bereits im sechsten Jahr.

Foto: nordphoto / Meuter / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Wuppertal und Solingen verbindet so einiges – die Wupper, die Zugehörigkeit zum Bergischen Land oder die Bundesstraße 224. Allem voran aber die Leidenschaft zum Handball. Mit dem Bergischen HC mischt gerade ein gemeinschaftlicher Profiverein der beiden Städte die Handball-Bundesliga auf. Und reist als Tabellensiebter am Sonntag (16 Uhr, Schmeling-Halle) zu den Füchsen Berlin.

„Der BHC ist kein typischer Aufsteiger“, war schon zu Saisonbeginn aus großen Teilen Handball-Deutschlands zu vernehmen. Von überall dort, wo man sich schon mit diesem etwas anderen Klub gemessen hatte. Und unterlegen war. Stuttgart, Lemgo, Wetzlar, Leipzig – sie alle waren Opfer eines überraschenden Höhenflugs, der erst seit Mitte Oktober mit vier Niederlagen etwas an Höhe verloren hat. Eine Bruchlandung ist das aber noch lange nicht.

Erster und punktgleicher Verfolger der Füchse

Der BHC ist erster und punktgleicher Verfolger der Füchse. Weit weg von der Abstiegszone. Nach Höherem strebt deshalb aber niemand. „Wir bleiben realistisch. Sobald unser Ziel erreicht ist, können wir uns neue Ziele setzen“, sagte BHC-Trainer Sebastian Hinze den „Kieler Nachrichten“.

Der Coach betreut den Klub aus dem Bergischen Land nun schon im sechsten Jahr. Im Frühjahr hatten sie seinen Vertrag sogar unbefristet verlängert. Denn BHC-Geschäftsführer Jörg Föste und Co. wissen, was sie an dem 39-Jährigen haben. Der Wuppertaler hat das Händchen, aus einem Haufen Spieler ein Team zu formen, das eben zu solchen Überraschungen wie zu Saisonbeginn fähig ist.

Ziel aber ist und bleibt der Klassenerhalt. Denn im Bergischen Land hat man aus der Vergangenheit gelernt. Zur Saison 2016/17 waren die „kleinen“ Löwen schon einmal in der Bundesliga angekommen, die Euphorie war groß. Aber mit ihr auch die Naivität. In der Hinrunde holte das Team von Trainer Hinze nur fünf Punkte. Die 17 Zähler aus der Rückrunde reichten nicht, um den drohenden Abstieg zurück in die Zweitklassigkeit noch abzuwenden.

Lob von Füchse-Trainer Petkovic

Nach einem überzeugenden Jahr Zweitklassigkeit nun also der nächste Versuch, das Abenteuer Bundesliga. Es soll mit einem breiteren Kader und mannschaftlicher Geschlossenheit gelingen. „Die haben einfach eine richtig gute Mannschaft, viele international anerkannte Spieler, Nationalspieler“, sagte Füchse-Coach Velimir Petkovic. Der schwedische Rückraumspieler Linus Arnesson, Kreisläufer Rafael Baena (Spanien) oder der bundesligaerfahrene Csaba Szücs aus der Slowakei verleihen dem BHC internationale Klasse.

Petkovic hat aber noch etwas anderes als Geheimnis des BHC-Erfolgs ausgemacht. „Die haben so souverän Zweite Liga gespielt, sind voller Selbstvertrauen in die Liga gekommen, dann gewinnst du ein, zwei Spiele am Anfang, die Euphorie ist groß“, sagte Petkovic. „Aber irgendwann muss die jemand stoppen, warum wir nicht am Sonntag?“

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