Handball

Füchse-Trainer Petkovic brennt in Kiel auf Revanche

Die Rückkehr von Spielmacher Fabian Wiede in den Kader der Berliner macht dem angeschlagenen Handball-Bundesligisten Mut.

Füchse-Coach Velimir Petkovic (l.) kann in Kiel wieder auf Fabian Wiede setzen.

Füchse-Coach Velimir Petkovic (l.) kann in Kiel wieder auf Fabian Wiede setzen.

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments

Berlin.  Als Velimir Petkovic am Dienstag die Trainingshalle verließ, konnte man seinen Schritt schon als beschwingt bezeichnen. Der Trainer der Füchse Berlin war gut gelaunt, hatte er doch zuvor wieder einige seiner schmerzlich vermissten Leistungsträger durch die Halle scheuchen können. „Bis auf die letzten beiden Niederlagen gibt es keinen Grund für schlechte Stimmung. Das Team gibt alles mit dem Kader, den wir haben“, sagte Petkovic.

Dass dieser Kader heute im Auswärtsspiel beim THW Kiel (19 Uhr, Sky) Zuwachs erhält, wird Petkovic’ Laune noch steigern. Mit Fabian Wiede kehrt sein Spielmacher zurück. Sein angebrochenes Schienbein ist wieder heil, es bleibt aber abzuwarten, wie viel der 24-Jährige schon spielen kann. Petkovic mag alleine der Gedanke gefallen, dass in Kiel und beim so wichtigen Rückspiel im EHF-Cup gegen Aalborg am Sonntag (15 Uhr, Schmeling-Halle) aus seiner Rumpftruppe wieder ein ansehnliches Team wird. Denn der Coach hat da noch eine Rechnung zu begleichen.

Gegner Kiel ist seit zehn Spielen ungeschlagen

Schon im April hatte der Handball-Bundesligist ein wichtiges Spiel im EHF-Cup vor der Brust und musste zwei Tage vorher beim THW antreten. „Letzte Saison war ich sauer, dass meine Spieler in den letzten zehn Minuten einige Schläge abbekommen haben. Da hab ich zwei Jungs verloren“, sagte der 62-Jährige, der nicht nur die Niederlage (20:25), sondern mit Erik Schmidt und Mattias Zachrisson auch noch zwei Verletzte zu beklagen hatte. Das anschließende Spiel bei Nexe Nasice ging mit acht Toren Rückstand verloren. „Das vergesse ich nicht“, sagte Petkovic. „Ich bin jemand, der will immer zurückgeben, wenn jemand das verdient. Aber ob ich jetzt die Revanche machen kann, ist die Frage.“

Denn während die Berliner weitere neun Verletzte ersetzen müssen, treffen sie auch noch auf den seit zehn Partien ungeschlagenen Rekordmeister, der trotzdem nur auf Rang drei steht. Doch dem fast übermächtigen Spitzenreiter aus Flensburg will sich THW-Trainer Alfred Gislason auf seiner Abschiedstour nicht so einfach geschlagen geben. Der Isländer hört nach 22 Jahren als Bundesliga-Coach am Ende der Saison auf. Verabschieden will er sich am liebsten mit dem Titel. „Es wäre extrem schön, das Kapitel Kiel so zu beenden“, sagte Gislason im Interview mit n-tv. Füchse-Trainer Petkovic freut sich auf das Wiedersehen mit seinem alten Weggefährten. „Ich glaube, diese Saison wird er wieder Erfolg haben. Das wünsche ich ihm“, sagte Petkovic. Nur am Donnerstag eben nicht.

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