Handball

„Eine Klublegende werden wie Nowitzki“

Handballprofi Fabian Wiede über seinen neuen Vertrag bei den Füchsen und warum er einem NBA-Star nacheifert.

Glänzt neuerdings auch als Spielmacher der Füchse: Fabian Wiede

Glänzt neuerdings auch als Spielmacher der Füchse: Fabian Wiede

Foto: Julia Rahn / picture alliance / Pressefoto Ba

BERLIN.  Es sah erst so aus, als sollte die Saison 2017/18 nicht die des Fabian Wiede werden. Der Rückraumspieler der Füchse Berlin zog sich im November eine Kreuzbandzerrung zu, hatte danach Probleme seine Form zu finden und wurde von Bundestrainer Christian Prokop nicht für die Handball-EM in Kroatien nominiert. Im Februar laborierte er noch an einer Schulterverletzung, doch dann stellte Füchse-Trainer Velimir Petkovic ihn nach dem Abgang von Petar Nenadic (Veszprem) und der Verletzung von Paul Drux auf die Spielmacherposition – und Wiede spielte eine überragende Rückrunde. Dass der 24-Jährige für die Berliner unverzichtbar geworden ist, unterstrich Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2023.

Herr Wiede, was ist im Februar mit Ihnen passiert?

Fabian Wiede: Ich war endlich mal durchgängig fit und konnte nach dem Abgang von Petar Nenadic mehr Verantwortung übernehmen. Das hat mir gut getan. Petar ist ein super Spieler, aber für mich und auch für andere jüngere Spieler ist es gut, dass er weg ist. Jetzt können wir selber übernehmen, sind nicht auf sein Spiel angewiesen.

Wie ordnen Sie die Saison ein mit Platz drei in der Bundesliga und dem Titelgewinn im EHF-Pokal?

Perfekt. Ich glaube, besser kann man kaum enden, abgesehen natürlich von Platz eins oder zwei, aber das war ja nie unser Ziel – vor allem mit der Mannschaft und den ganzen Rückschlägen, die wir hatten. Ich würde sagen, dass war unsere beste Saison, seit ich als Profi dabei bin.

Sie haben in der Endphase nahezu jede Partie durchgespielt. Doch statt Sommerurlaub wartet nun die Nationalmannschaft mit einem Testspiel gegen Norwegen am Mittwoch (19.55 Uhr, Sport 1) und zwei Freundschaftsspielen in Japan gegen die Auswahl ihres ehemaligen Bundes- und Füchse-Trainers Dagur Sigurdsson auf Sie. Können Sie noch?

Es muss ja gemacht werden, ne? Nein, ich freue mich natürlich, dass ich wieder zur Nationalmannschaft eingeladen wurde. Christian Prokop achtet auch darauf, dass wir weniger trainieren und mehr Teambuilding machen.

Die Belastung ist immer wieder ein Thema, Bei den Füchsen wurden fünf Spieler verabschiedet. Mit welchem Gefühl blicken Sie auf den Kader der kommenden Saison?

Ich glaube, das wird schwierig. Wir wissen, dass wir mit wenigen Spielern erfolgreich spielen können, aber zwei, drei mehr wären schon ganz gut. Daher hoffe ich sehr, dass Bob Hanning sich da noch etwas einfallen lässt.

Sie hat er schon bis 2023 an die Füchse gebunden. Warum haben Sie verlängert?

Weil ich ein Angebot bekommen habe (lacht). Natürlich hab ich auch schonmal überlegt, etwas Neues zu probieren, Aber momentan habe ich nicht das Bedürfnis. Und selbst, wenn irgendwann mal ein Verein anfragen sollte wie Paris oder Barcelona, dann gibt es ja auch immer Möglichkeiten, aus dem Vertrag herauszukommen. Jetzt freue ich mich aber erst einmal, hier in Berlin zu bleiben.

Sollten Sie bis 2023 bleiben, überholen Sie Torhüter Petr Stochl, der nach zwölf Jahren am Sonntag seinen Abschied gegeben hat. Dann sind Sie, die Jugend eingeschlossen, 13 Jahre bei den Füchsen. Ist Stochl für Sie ein Vorbild?

Stochl ist auf jeden Fall ein Vorbild, aber auch so Leute wie Dirk Nowitzki. Dass der in der NBA nur bei Dallas spielt, ist außergewöhnlich. So kann man eine richtige Legende werden, genau wie Stochl es hier wurde. Klar schaue ich da auch mit einem Auge drauf, ob es für mich auch mal so endet.

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