Handball

Füchse nach Coup gegen Meister auf Erfolgskurs

Die Füchse beeindrucken Fans und Verantwortliche mit einem glänzenden Auftritt gegen Meister Rhein-Neckar Löwen. Da geht noch was.

Löwen-Spieler Mads Mensah Larsen (r.) setzt sich gegen Berlins Jakov Gojun am Kreis durch. Links wartet Löwen-Spieler Rafael Baena Gonzales

Löwen-Spieler Mads Mensah Larsen (r.) setzt sich gegen Berlins Jakov Gojun am Kreis durch. Links wartet Löwen-Spieler Rafael Baena Gonzales

Foto: Soeren Stache / dpa

Velimir Petkovic wollte lieber schnell in die Kabine, als über die beeindruckende Leistung seiner Mannschaft zu sprechen. "Ich möchte mit den Jungs ein Bier trinken", sagte der Trainer des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, der den deutschen Meister und DHB-Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen verdient mit 29:23 besiegt hatte. Trotz weiter anhaltender Personalsorgen ist mit dem Tabellen-Dritten in dieser Verfassung im Saison-Schlussspurt zu rechnen.

"Das lässt uns für Hannover und den Europapokal hoffen. Mit dieser Leistung sind wir sicherlich nicht chancenlos", sagte Füchse-Manager Bob Hanning mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf am Donnerstag (19.00 Uhr) und das Final Four im EHF-Pokal an diesem Wochenende.

Gewinnen die Füchse das Turnier in Magdeburg, sind sie automatisch für die kommenden EHF-Cup-Spielzeit qualifiziert. Und Tabellen-Platz drei, den die Berliner durch den Coup gegen die Löwen festigten, ermöglicht ebenfalls den Start im zweithöchsten Europapokal-Wettbewerb. Selbst der Meistertitel ist bei drei Punkten Rückstand auf die Löwen rechnerisch noch möglich.

"Ein ganz großes Spiel von uns"

Erstaunlich ist, dass die Berliner immer wieder Rückschlägen trotzen. Gegen die Löwen reihte sich Nationalspieler Steffen Fäth in die lange Verletztenliste in dieser Saison ein. Eine MRT-Untersuchung soll Aufschluss über die Knieverletzung bringen. Das Team hat auf die hohe Niederlage in Kiel und die Blamage im EHF-Pokalhinspiel in Nexe mit drei teils mitreißenden Siegen reagiert. "Wir spielen seit zwölf Jahren Bundesliga-Handball", bemerkte Hanning, "aber das war eine der besten Leistungen in dieser Zeit, ein ganz großes Spiel von uns."

Die Füchse haben in dieser Spielzeit stets eine Lösung in schwierigen Situationen gefunden. Seit dem Abgang von Schlüsselspieler Petar Nenadic im Winter blühte Nationalspieler Fabian Wiede als Anführer auf. Der mehrfach verletzte Paul Drux war nach dem Ausfall von Fäth gegen die Löwen zur Stelle und Winterneuzugang Johan Koch zeigte nach Anlaufschwierigkeiten seine beste Leistung. Dabei spielt der Däne seit drei Wochen mit einem ausgekugelten Finger. Der Kreisläufer ist nicht der einzige bei den Füchse, der für den Erfolg alles gibt.

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