Handball

Füchse feiern sich für das Wunder

Die Chancen auf den Final-Four-Einzug standen schlecht. Die Füchse zeigen indes wie so häufig Moral und sichern das Weiterkommen.

Torhüter Silvio Heinevetter brüllt seine Freude hinaus

Torhüter Silvio Heinevetter brüllt seine Freude hinaus

Foto: pa

Berlin. "Bravo Männer, bravo Zuschauer, bravo Verein - jetzt spielen wir das Final Four" - Abwehrchef Jakov Gojun brachte die Stimmung bei den Füchsen perfekt auf den Punkt. Angetrieben von den lautstarken Fans hatten die Spieler in einer mitreißenden Aufholjagd den Acht-Tore-Rückstand aus dem Viertelfinal-Hinspiel gegen RK Nexe Nasice aufgeholt. Am Ende stand ein hochverdienter 25:16-Erfolg.

"Ich bin überglücklich", sagte Trainer Velimir Petkovic, der mit seiner Mannschaft nun doch an der Finalrunde des EHF-Pokals am Pfingstwochenende in Magdeburg teilnehmen kann. Angesichts der angespannten Personallage und den vorangegangenen Pleiten in Kiel und Nexe gleicht das Weiterkommen schon einer kleinen Sensation. Das Erfolgserlebnis kommt den Füchsen im schweren Saison-Endspurt mit dem Kampf um einen internationalen Startplatz gerade recht.

Füchse bewiesen Kampfgeist

"Von solchen Spielen lebt der Sport", befand Manager Bob Hanning. Die Entschlossenheit und den Willen, den das Team von der ersten Minute an ausstrahlte, habe er so erwartet. "Wir haben an uns geglaubt. Es hat mir sehr gefallen, wie wir zusammengestanden haben", sagte Mattias Zachrisson, der nach seiner in Kiel erlittenen Knieverletzung rechtzeitig fit wurde.

Die mentale Stärke und den Charakter, sich widrigen Umständen entgegenzustemmen, zeichnet die Füchse schon seit Jahren aus. Nicht umsonst kamen Erinnerungen an das Viertelfinale der Champions League von 2012 auf: Damals konnte die Berliner selbst eine Elf-Tore-Hypothek gegen Ademar Leon aus Spanien nicht am Einzug ins Final Four hindern.

Gegen die Kroaten von Nexe Nasice lief das Match zu Beginn nach Plan. Nach 22 Minuten lagen die von Nationalspieler Fabian Wiede geführten Gastgeber 11:4 vorn. Doch dann gab es einen Bruch im Spiel, und der Gast kam mit dem 12:14 bis auf zwei Tore heran (33.). In dieser Phase hatten wohl die wenigstens der 5000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle noch mit einem Happy-End gerechnet. Nicht so aber die Spieler. "Selbst bei plus zwei haben wir noch daran geglaubt, dass wir das schaffen", sagte Torhüter Petr Stochl.

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