Berlin

Füchse sollen zurückbeißen

Nach Blamage in Nasice fordert Geschäftsführer Hanning: „Ich will ins Final Four“.

Geh raus, mach ein Tor: Velimir Petkovic instruiert Hans Lindberg

Geh raus, mach ein Tor: Velimir Petkovic instruiert Hans Lindberg

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments

Berlin.  Bob Hanning hatte sich das Spiel nicht im Livestream angesehen. Es auch nicht aufgezeichnet. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin hatte Besseres zu tun. Mit dem Nachwuchs des Klubs, den er selbst trainiert, zog er zur gleichen Zeit ins Halbfinale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft ein. Diejenigen, die später einmal das Image des Vereins prägen sollen, machen ihm momentan die geringsten Sorgen. Eher schon die aktuelle Generation, die sich im Viertelfinal-Hinspiel des EHF-Pokals bei RK Nexe Nasice nicht wie ein deutsches Spitzenteam verkaufte, sondern beim 20:28 kläglich untergegangen war.

Aber die vielen Verletzten, erklärt die Personalmisere nicht vieles? "Ich will kein Jammern", schimpft Hanning, "ich habe keine Lust, über Verletzte zu reden." Der Manager hatte die Partie ja nicht gesehen, aber er hatte sich von seinem Sportkoordinator Volker Zerbe berichten lassen, was vorgefallen war. Fünf Siebenmeter vergeben, viele weitere freie Würfe nicht im Tor der Kroaten untergebracht, in der Abwehr zu wenig Widerstand geleistet, "das geht gar nicht", ärgert sich Hanning, "wir haben uns viel zu wenig gewehrt".

Ohne den wackeren Kroaten zu nahe treten zu wollen: Sie haben nicht die spielerische Qualität, um einen Gegner wie die Füchse derart zu beherrschen. Es sei denn, diese lassen es geschehen. "Wir haben kein gutes Gesicht gezeigt", gibt Drago Vukovic zu, "wir haben freie Chancen vergeben und standen nicht kompakt in der Abwehr." Die Folge war, dass sein Team erstmals in dieser Saison zwei Spiele nacheinander verlor. Der Rückraumspieler sagt: "Das wird richtig schwer, in Berlin acht Tore zurückzuholen."

Genau das verlangt aber Hanning. Am nächsten Sonnabend (19 Uhr) steigt das Rückspiel in der Schmeling-Halle. "Ich will ins Final Four", sagt der Geschäftsführer kompromisslos, "man verliert nicht mit acht Toren Differenz in Nasice. Und wenn doch, muss man jetzt eben die acht Tore aufholen. Punkt." Helfen soll dabei Matthias Zachrisson. Der Schwede hatte sich am Donnerstag beim 20:25 in Kiel eine Knieprellung zugezogen. Zu früh käme noch eine Rückkehr von Paul Drux nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk. Er soll erst im Bundesliga-Topspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen am 13. Mai einsatzbereit sein.

"Wir müssen uns zusammensetzen und große Besserung geloben, damit wir das Unmögliche im Rückspiel möglich machen", setzt Zerbe auf die Selbstreinigungskraft der Herren Hans Lindberg, Steffen Fäth oder Bjarki Elisson, "jeder sollte für sich darüber nachdenken, was heute hier passiert ist." 2012 holten die Füchse Berlin in der Champions League schon einmal einen Elf-Tore-Rückstand gegen Ademar Leon auf, gewannen daheim 29:18. Aber das war auch eine andere Füchse-Mannschaft. Oder?

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