Handball

Final Four im EHF-Pokal rückt für die Füchse in weite Ferne

Herkules-Aufgabe für die Füchse : Im Rückspiel des EHF-Pokal-Viertelfinales müssen sie gegen Nexe Nasice acht Tore Rückstand aufholen.

Torwart Silvio Heinevetter zählte in Nasice noch zu den besseren Berlinern

Torwart Silvio Heinevetter zählte in Nasice noch zu den besseren Berlinern

Foto: Axel Heimken / dpa

Berlin/Nasice.  Die Spieler von RK Nexe Nasice feierten, als hätten sie schon das Final Four des EHF-Pokals erreicht. Ihre Kontrahenten von den Füchsen Berlin schlichen vom Feld, als hätten sie dieses Ziel bereits abgeschrieben. Mit 28:20 (12:9) gewann der kroatische Handball-Vizemeister das Viertelfinal-Hinspiel vor eigenem Publikum. Die Berliner stehen vor der schweren Hypothek, am 28. April in der Schmeling-Halle den hohen Rückstand wettzumachen – eine überaus ambitionierte Aufgabe.

Das Team von Trainer Velimir Petkovic ist drauf und dran, sein festes Ziel, das Final Four in Magdeburg, zu verpassen. Einerseits, weil es von einem schon sehr ungewöhnlichen Verletzungspech verfolgt wird. Bereits bei der 20:25-Niederlage in Kiel am vergangenen Donnerstag fehlten mit Paul Drux, Marko Kopljar, Stipe Mandalinic und Ignacio Plaza vier gestandene Kräfte. An der Förde verletzten sich außerdem Matthias Zachrisson (Knieprellung) und Erik Schmidt (Außenknöchelbruch). Sie traten die kräftezehrende Reise nach Nasice deshalb gar nicht erst mit an, sondern wurden in Berlin behandelt.

Torwart der Gastgeber in Gala-Form

Zum anderen hatte der Rest der Mannschaft zwar einen ordentlichen Start bei Außenseiter Nexe. Doch zuletzt führten die Berliner mit 5:4, danach brach es förmlich über sie herein. Nasice wurde in der Offensive immer selbstbewusster und hatte dazu im Österreicher Kristian Pilipovic einen Torwart, der den Gästen beinahe den Verstand raubte. Hans Lindberg, Bjarki Elisson und Fabian Wiede vergaben zusammen vier Siebenmeter gegen den 23-Jährigen. Was aber noch schlimmer war: Immer wieder kamen Elisson, Lindberg und der einzige verbliebene Kreisläufer Johan Koch gut freigespielt zu vermeintlich einfachen Würfen, scheiterten aber an den scheinbar hundert Händen von Pilipovic.

So wuchs der Rückstand nach dem Wechsel immer weiter, auf bis zu zehn Tore. Hätten die Füchse gegen die unerfahrenen Kroaten nicht sehr häufig nach Gegentreffern über die schnelle Mitte mit Würfen ins leere Nexe-Tor gekontert, die Pleite wäre noch höher ausgefallen. Doch auch so scheint die Aufgabe, dieses 20:28 daheim wettzumachen, eine bei so vielen verletzten Spielern kaum lösbare Aufgabe zu sein.