Handball-Bundesliga

Füchse wünschen sich eine Wiederholung

In der vergangenen Saison besiegten die Füchse Berlin die Rhein-Neckar Löwen. Jetzt ist der Handball-Meister wieder in der Stadt.

Steffen Fäth von den Füchse Berlin

Steffen Fäth von den Füchse Berlin

Foto: Herbert Rudel / picture alliance / Pressefoto Ru

Berlin.  Irgendwo auf der Welt einen richtig guten Freund zu haben, ist immer von Vorteil. Vor der Partie zwischen dem RK Celje und den Rhein-Neckar Löwen hat Füchse-Trainer Velimir Petkovic mit seinem Kumpel Branko Tamse gesprochen und den Celje-Trainer gebeten, gegen den amtierenden Deutschen Meister "richtig Gas zu geben", verrät er. Petkovic hat bekommen, was er wollte: Die Löwen kamen in der Champions-League-Partie bei den aggressiv auftretenden Slowenen überhaupt nicht ins Spiel und zeigten beim 31:37 am vergangenen Donnerstag ihr bislang schlechtestes Spiel der Saison.

Während Petkovic noch am Donnerstagnachmittag beim Medientermin keine Antwort auf die Frage nach den Schwächen der Löwen fand, hat die Analyse dieser Partie einige Ansätze offenbart, die er seinem Team für die Begegnung mit dem Tabellendritten an diesem Sonntag (15 Uhr, Schmelinghalle) mit auf den Weg geben kann. Eine Schwachstelle hat Team-Manager Oliver Roggisch benannt: "Wenn wir in Berlin so verteidigen wie in Celje, gibt es was auf die Mütze."

Magdeburg macht es spannend

Im oberen Tabellendrittel der Bundesliga verhält es sich derzeit so spannend wie lange nicht. Durch den sensationellen Sieg des SC Magdeburg gegen den THW Kiel sind die ersten fünf Teams eng zusammengerückt. "Es kommt jetzt ganz auf uns an", sagt Rückraumspieler Steffen Fäth. "Wenn wir gewinnen, war es gut, dass Kiel Punkte abgegeben hat." Dann verkürzen die Füchse, aktuell Vierter, den Abstand auf die Champions-League-Plätze. "Verlieren wir aber, sitzt uns Magdeburg durch den Sieg im Nacken", weiß Fäth.

Dass der 26-Jährige 2018 zu den Löwen wechselt, steht seit Monaten fest und hatte ihm Kritik eingebracht. Als neuen Arbeitgeber betrachtet Fäth den Meister aber noch nicht. "Das ist weit weg, ich will jetzt mit den Füchsen jedes Spiel gewinnen", sagt er. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er sich in der Hauptstadt eingelebt. "Ich spiele regelmäßiger und fühle mich dadurch mehr als Teil der Mannschaft", beschreibt er. Nach einer Verletzung an der Achillessehne ist er nicht hundertprozentig fit. "Es wird aber von Tag zu Tag besser", sagt Fäth. Gleiches gilt für Fabian Wiede, der aber am Sonntag voraussichtlich wieder auf der Tribüne Platz nehmen wird. "Natürlich hätte ich Fabi am liebsten dabei, aber wir können die Löwen auch so schlagen", sagt Petkovic.

Auftreten wie im Europapokal

Schließlich reisen auch die Mannheimer nicht mit ihrem schlagkräftigsten Kader an. Kim Eckdahl du Rietz stand nach einer Bänderverletzung am Sprunggelenk zwar in Celje auf dem Feld, konnte aber nicht länger als zwölf Minuten eingesetzt werden. Der Schwede, der für Schlagzeilen sorgte, weil er seine Karriere nach dieser Saison im Alter von 27 Jahren beendet, ist einer der Schlüsselspieler der Löwen. Auch gegen die Füchse will er sich in den Dienst der Mannschaft stellen, für 60 Minuten wird es aber nicht reichen, sagte er am Freitag. "Ein Ausfall von du Rietz würde die Löwen sehr schwächen", glaubt Fäth. Vor allem in der Abwehr ist der 1,94-Meter-Mann nicht zu ersetzen, das wollen die Füchse nutzen.

"Wir brauchen jetzt einen Sieg gegen eine Top-Mannschaft, um uns weiter zu festigen", fordert Petkovic. Wie das geht, haben die Berliner vor einem Jahr gezeigt, als sie in eigener Halle 24:20 gegen die Löwen gewannen und damit für Spannung im Meisterschaftskampf sorgten. Mut macht Petkovic dabei das Auftreten seines Teams zuletzt im Europapokal. "Wenn wir so spielen wie gegen GOG, wird es für jeden Gegner schwer, gegen uns zu gewinnen", glaubt Fäth.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.