Berlin

Die Füchse geben der Jugend eine Chance

Junioren-Nationalspieler Struck soll den verletzungsgeplagten Füchsen im EHF-Cup-Spiel gegen St. Raphael helfen.

Kevin Struck steht seit 2014 im Profi-Kader der Füchse und wurde dort vom Rückraumspieler zum Linksaußen umgeschult

Kevin Struck steht seit 2014 im Profi-Kader der Füchse und wurde dort vom Rückraumspieler zum Linksaußen umgeschult

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Die Champions League war einmal die Spielwiese der Füchse-Jugend. Geschäftsführer Bob Hanning betonte stets, dass er diesen europäischen Wettbewerb gern für den Handball-Nachwuchs opfere. Sein ehemaliger Trainer Dagur Sigurdsson hat diese Marschroute auch stets befolgt und fleißig Nachwuchsspieler ins kalte Champions-League-Wasser geworfen. So gab Nationalspieler Paul Drux sein Profidebüt 2012 in der Königsklasse.

Im EHF-Cup waren die Füchse mit dieser Marschroute bislang zurückhaltender, schließlich ist in dem zweitklassigen Wettbewerb der Titel, beziehungsweise mindestens das Final Four das Ziel. 2015 hatten die Berliner unter Sigurdsson den EHF-Pokal gewonnen.

Die Franzosen kommen mit einem Weltmeister nach Berlin

Wenn die Füchse an diesem Sonntag beim Gruppenspiel auf St. Raphael treffen (15 Uhr, Schmeling-Halle), brauchen sie aber ihren Nachwuchs dringend, da viele Profis nicht einsatzfähig sind. Neben den ohnehin langzeitverletzten Fabian Wiede, Drago Vukovic und Kresimir Kozina, lag Kapitän Petr Stochl seit Donnerstag mit einem Magen-Darm-Infekt im Bett, auch Steffen Fäth konnte wegen Problemen an der Achillessehne zuletzt nicht trainieren. "Ich weiß nicht, mit wem ich rechnen kann", sagt Trainer Velimir Petkovic.

Für das Gruppenspiel gegen den aktuell hinter Paris St. Germain und dem HBC Nantes Dritten der französischen Super Ligue, füllt er seinen Kader mit Spielern aus der zweiten Mannschaft und der A-Jugend auf. "Jetzt muss jeder ein bisschen mehr bringen als normal", sagt Petkovic.

St. Rafael ist ein Gegner, den der Füchse-Trainer als "sehr groß" bezeichnet. Der Meisterschaftszweite der Vorsaison hat mit Adrien Dipanda einen amtierenden Weltmeister 2017 im Kader, und – ähnlich wie die Füchse – wegen einer Niederlage in der vergangenen Woche Bedarf zur Wiedergutmachung.

"Das wird ziemlich schwer für uns", glaubt Petkovic. Wichtig könnte in diesem Zusammenhang auch Kevin Struck werden, der bislang noch nicht viele Einsatzzeiten erhielt. Der 20-Jährige, der seit 2014 im Profi-Kader steht und vom Rückraumspieler zum Linksaußen umgeschult wurde, ist der Abwehrchef der Junioren-Nationalmannschaft. Er könnte in der zuletzt wackligen Berliner Defensive für Entlastung sorgen.

Gegen den Bergischen HC (29:30) kam Struck nicht zum Einsatz, weil Petkovic auf seiner Position "kein Problem" sah. Hanning, der sich schon unter Trainer Erlingur Richardsson mehr Einsatzzeiten für seinen ehemaligen Schützling gewünscht hätte, wollte seinen neuen Trainer deshalb auch nicht angreifen: "Der Trainer muss Vertrauen in ihn fassen, dann wird er ihn bringen", sagte er. Momentan hätten die Füchse im Defensivverbund durch die verletzungsbedingten Ausfälle so viele Veränderungen, dass es schwierig sei, zusätzlich noch einen jungen Spieler reinzuwerfen, glaubt Hanning

Am Sonntag werden die Füchse aber keine andere Wahl haben, dann brauchen sie Struck auf der Spielwiese: "Kevin wird seine Chance bekommen", sagte Petkovic. "Ich hoffe, dass er uns morgen zu ein bisschen mehr Konstanz verhelfen kann.

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