Handball

Füchse stolpern gegen den Letzten

Dem Berliner Handball-Bundesligisten fehlt gegen den Bergischen HC die Frische. Die Füchse quälten sich durch die Partie.

Füchse-Torwart Petr Stochl muss sich geschlagen geben

Füchse-Torwart Petr Stochl muss sich geschlagen geben

Foto: imago sportfotodienst / imago/Contrast

Berlin.  Silvio Heinevetter verfolgte den Unparteiischen bis zur Mittellinie: "Mach doch mal die Augen auf", brüllte der Füchse-Torhüter. In der Bundesliga-Partie gegen den Bergischen HC fühlte er sich benachteiligt. Vielleicht war der Berliner aber auch nur auf der Suche nach einem Ventil, um den Ärger über seine eigene Leistung abzulassen. Die Handballer der Füchse Berlin verloren die gegen den Tabellenletzten 29:30 (13:15). Heinevetter war dabei nicht der Einzige, der weit unter seinen Möglichkeiten gespielt hatte.

"Eine Niederlage gegen den Tabellenletzten, das geht gar nicht", ärgerte sich Petr Stochl. Füchse-Trainer Velimir Petkovic hatte den Kapitän ab der zweiten Hälfte für Heinevetter aufs Feld beordert. Beide Schlussmänner konnten sich nicht auszuzeichnen, aber auch, weil ihre Vorderleute ihnen die Arbeit erschwerten. "Wenn eine Mannschaft nach vorne kommen will, kann es nicht sein, dass sie von Spiel zu Spiel 30 Gegentore kassiert", polterte Petkovic.

Vor 6917 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle quälten sich die Füchse durch die Partie. In der Abwehr waren die Berliner immer wieder einen Schritt zu langsam, vorne versuchten sie, die gegnerische Defensive mit Einzelaktionen zu überwinden. Die einfallslosen Angriffsversuche blieben aber ein ums andere Mal erfolglos. "Der Knackpunkt war, dass wir zu wenig Bewegung im Angriff hatten", sagte Paul Drux. Die Gegner hingegen zeigten von Beginn an eine kämpferische Leistung und feierten "absolut verdient" ihren erst drittes Saisonsieg, befand Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Die Gäste spielten auch für Viktor Szilagyis. Der Rückraumspieler des Bergischen HC war in der zehnten Spielminute nach einem Richtungswechsel zusammengebrochen, seine lauten Schreie ließen ahnen, dass der 38-Jährige sich eine schlimmere Verletzungen im Knie zugezogen hatte. Er wurde noch am Abend in der Charité behandelt.

Für Petkovic geht es nun darum, seinem Team die richtigen Worte mitzugeben, bevor am Sonntag die Partie im EHF-Cup gegen Saint-Raphael (15 Uhr, Schmelig-Halle) auf dem Programm steht: "Ich werde gleich in die Kabine gehen und mit der Mannschaft sprechen."

Die SG Flensburg-Handewitt behauptete derweil die Tabellenführung in der Bundesliga. Die Flensburger setzten sich am Mittwochabend beim VfL Gummersbach mit 28:23 (17:10) durch.

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