Handball

Füchse: Zeit der Entscheidung für Tönnesen

Für sein Heimatland spielte der Norweger eine starke WM und gewann Silber. Bei den Füchsen fiel er dagegen bislang kaum auf.

Kent Robin Tönnesen (l.) verteidigte bei der WM für Norwegen

Kent Robin Tönnesen (l.) verteidigte bei der WM für Norwegen

Foto: Michel Euler / dpa

Berlin.  Kent Robin Tönnesen ist jetzt so etwas wie ein Nationalheld in Norwegen. Bei der Handball-Weltmeisterschaft gewann er mit der norwegischen Nationalmannschaft Silber – die erste Medaille überhaupt in der norwegischen Handball-Historie. "Wir haben unglaubliche Rückmeldungen von den Leuten bekommen", erzählt der Füchse-Profi stolz.

Zeit zum Genießen hatte der 25-Jährige aber nicht viel. Nach dem Finale war er für drei Tage in seinem Heimatland, dann aber ging der Alltag beim Berliner Klub wieder los. "Das war schon kurz, aber so ist das eben in unserem Sport", sagt Tönnesen. Schon am heutigen Mittwoch empfangen die Füchse beim ersten Bundesliga-Heimspiel dieses Jahres den Bergischen HC (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Gegen den Bergischen HC

Für Tönnesen beginnt damit eine wegweisende Zeit. Während er nämlich mit der Nationalmannschaft sowohl bei der EM 2016 als auch bei der WM eine überragende Leistung zeigte, verlief seine Zeit bei den Füchsen bislang nicht so erfolgreich. 2015 war er von der HSG Wetzlar nach Berlin gewechselt.

"Er hat bei uns noch nicht so überzeugt, wie er das in Wetzlar und für Norwegen getan hat", sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Zuletzt warf ein Kompartmentsyndrom den Linkshänder zurück. Nach fünf Operationen und monatelanger Pause war der 1,94-Meter-Mann erst kurz vor der WM wieder richtig fit. "In Frankreich habe ich Selbstvertrauen gewonnen und will jetzt bei den Füchsen meine gute Leistung beweisen", sagt er.

Im Sommer läuft sein Vertrag aus, angeblich soll er beim ungarischen Spitzenklub Veszprem im Gespräch sein. Das wollten aber weder Tönnesen noch Hanning bestätigen. "Für mich hat Kent eine hohe Wertigkeit, weil er ein Vollprofi ist", sagt Füchse-Chef Hanning. Nur dürften sich nach der Weltmeisterschaft so einige Klubs für den Norweger interessieren.

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