Neuer Trainer

Füchse-Coach Petkovic: "Ich bin ein Vulkan"

Der neue Füchse-Coach Velimir Petkovic leitet sein erstes Training in Berlin. Und er formuliert gleich hohe Ziele für den Erstligisten.

Füchse-Coach Velimir Petkovic bei seiner ersten Trainingseinheit

Füchse-Coach Velimir Petkovic bei seiner ersten Trainingseinheit

Foto: Ninja Priesterjahn / BM

Berlin.  Die erste Trainingseinheit unter Velimir Petkovic begann mit einer zehnminütigen Ansprache. Kapitän Petr Stochl und Petar Nenadic standen, der Rest der Mannschaft saß in der Trainingshalle der Füchse Berlin und schaute zum neuen Cheftrainer auf, der die Mannschaft ab sofort durch Liga und EHF-Pokal dirigieren soll.

Am Mittwoch ist Petkovic in Berlin angekommen, der 60-Jährige ersetzt Trainer Erlingur Richardsson, von dem sich die Füchse Anfang der Woche getrennt haben. Stochl und Nenadic plagte eigentlich die Grippe, die Vorstellung des Neuen wollten sie sich aber nicht entgehen lassen. Stochl blieb sogar die gesamte Einheit, ebenso Fabian Wiede, der nach überstandener Schulteroperation voraussichtlich schon im Februar wieder einsatzbereit ist.

Sie sahen einen Velimir Petkovic, der viel lächelte und mit lauter Stimme durch die Einheit steuerte. Der Spaß am Trainerjob war ihm nach neunmonatiger Pause anzusehen. Im März 2016 wurde Petkovic beim ThSV Eisenach freigestellt. Bei den Füchsen hat er einen Vertrag bis 2018 unterschrieben.

Seit fünf Jahren eine Wohnung in Schöneberg

Zuletzt hatte er sich in Zagreb aufgehalten, seit drei Wochen sei er wieder in Deutschland. "Und dann kommt eine Anfrage aus Berlin, das ist einfach unglaublich", freute er sich. Petkovics Söhne wohnen in der Hauptstadt, er selbst hat sich vor fünf Jahren eine Wohnung in Schöneberg gekauft, die ist allerdings gerade vermietet, daher wohnt er zunächst im Hotel. Den Weg der Füchse hat Petkovic stets verfolgt.

"Ich war ein bisschen neidisch auf die Entwicklung, vor allem, als sie Göppingen überholt haben", sagt er. Von 2004 bis 2013 war Petkovic Trainer in Göppingen, seine Frau ist noch dort, kommt aber nächsten Mittwoch, wenn seine alte Mannschaft in Berlin gastiert. Vorher wartet am Sonntag die schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt (15 Uhr, Sport 1).

"Schwieriger kann der Start kaum sein", sagt Petkovic. Aber er freue sich auf die Herausforderung. Mit der ersten Trainingseinheit war er zufrieden, einige Schwächen habe er ausgemacht, doch das hinderte ihn nicht, gleich die ersten Ziele zu formulieren: "Ich will ins Final Four des EHF-Pokals, und mit Platz vier in der Liga bin ich auch nicht zufrieden." Zudem kündigte er wie erwartet eine klare Linie an: "Ich bin ein Vulkan", sagte er. Zu seinen Landsmännern sei er besonders streng, drohte Petkovic, der sich als Serbe aus Bosnien bezeichnet. Das hat Petar Nenadic aber nicht mehr gehört, der lag da schon wieder im Bett und kurierte seine Grippe aus.

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