Sieg gegen Balingen

Alle Neune für die Füchse

Die Füchse tun sich gegen den Tabellenletzten lange Zeit schwer, können ihre Siegesserie mit einem 31:20 aber trotzdem fortsetzen.

Der Berliner Drago Vukovic (M.) suchte viele Abschlüsse zu schnell

Der Berliner Drago Vukovic (M.) suchte viele Abschlüsse zu schnell

Foto: O.Behrendt / contrastphoto

Berlin.  Der letzte Treffer gebührte Ignacio Jimenez. Kurz nachdem der spanische Kreisläufer der Füchse Berlin sein erstes Tor des Abends erzielt hatte, ertönte die Schlusssirene. 31:20 (13:11) gewannen die Berliner Handballer gegen die HBW Balingen-Weilstetten und setzten damit ein weiteres Ausrufezeichen in dieser Saison.

Vor 5.927 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle feierten die Füchse ihren neunten Sieg in Serie und weisen gleichzeitig das beste Torverhältnis der Bundesliga auf, obwohl sie noch ein Spiel weniger haben als der Rest. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass die Bilanz gegen Balingen-Weilstetten nun 16 Siege, drei Unentschieden und auch weiterhin keine Niederlage aufweist.

Paul Drux wird von Richardsson lange geschont

„Wir wollten besser ins Spiel starten, wollten aggressiv sein, das ist uns auf keinen Fall gelungen“, sagte Balingens Trainer Runar Sigtryggsson. In der Anfangsphase wirkte es so, als hätten die Füchse immer einen Mann mehr auf der Platte. Mal schnappte Fabian Wiede den Schwaben den Ball vor der Nase weg, mal unterband Bjarki Elisson mit einem aufmerksamen Handgriff das Aufbauspiel der Gäste.

Sigtryggsson nahm immer wieder Torhüter Tomas Mrvka raus, um mit sieben Feldspielern agieren zu können, doch gelang es seinen Mannen nicht, die in dieser Saison so gefürchteten Gegenstöße der Füchse zu unterbinden. Über die Stationen 4:0 und 8:3 (14.) spielten sich die Berliner in einen Rausch, besonders Paul Drux brillierte mit wuchtigen Würfen und einem intelligenten Passspiel. Nach 20 Minuten gönnte Trainer Erlingur Richardsson dem jungen Rückraumspieler eine Pause, was sich im Aufbauspiel der Füchse bemerkbar machte. Petar Nenadic und Drago Vukovic suchten zu schelle Abschlüsse, zudem lief der eingewechselte Steffen Fäth nur als Statist durch den Rückraum.

Der Nationalspieler wurde von seinen Teamkollegen einfach nicht angespielt. Balingen nutzte diese kleine Verschnaufpause, die sich die Berliner gönnten, um den Vorsprung der Gastgeber bis zur Halbzeit auf zwei Tore zu verkürzen (13:11). „Paul war unser Motor, aber er kann auch nicht 60 Minuten durchspielen, und wir haben noch viele wichtige Spiele vor uns“, begründete Richardsson seine Entscheidung, Drux auch weiterhin draußen zu lassen.

In der zweiten Hälfte wurde es brisant

In der zweiten Hälfte entspann sich zehn Minuten lang eine brisante Partie, weil Balingen sich nicht mehr abschütteln ließ und auch, weil die Füchse ihre Schwäche von der Sieben-Meter-Linie wiederentdeckt zu haben schienen. Fabian Wiede scheiterte dreimal, Petar Nenadic zweimal – vielleicht sollte sich die Hallenregie so langsam wirklich abgewöhnen, beim Strafwurf der Gäste die „Tatort“-Melodie einzuspielen, während beim Sieben-Meter der Füchse stets „Mission: Impossible“ läuft.

Zwischenzeitlich kam Balingen sogar auf ein Tor heran (15:14), während Kent Tönnesen das Spiel mit Verdacht auf Muskelfaseriss in der Wade beenden musste. „Es nach so einem guten Start noch einmal so eng werden zu lassen, kann auch ins Auge gehen. Da haben wir das Trikot zeitweise nur spazieren getragen“, ärgerte sich Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Angeführt von Schlussmann Silvio Heinevetter, der nach einigen glücklosen Minuten endlich wieder seine Hände an die Würfe der Schwaben bekam, gelang es den Berlinern dann, ihre Mission zum Erfolg zu führen.

Fünf Minuten lang vernagelte der Nationaltorhüter seinen Kasten und ermöglichte seiner Mannschaft dadurch einen 7:0-Lauf auf 23:15 (48.). Die Schlussphase gestalteten die Füchse wie den Beginn über die Stationen Heinevetter, Zachrisson oder auch Heinevetter, Elisson, der mit sieben Treffern bester Füchse-Werfer war.

Gäste-Trainer zählt die Berliner zu den Titelfavoriten

Für den Letzten aus Balingen bleibt es dabei, als einziges Team bislang noch keinen Ligasieg vorweisen zu können, während die Füchse mit 8:0 Punkten auf Platz zwei stehen. Neben der SG Flensburg-Handewitt sind sie die einzige Mannschaft ohne Niederlage.

Die nächsten zwei Punkte können sich die Füchse schon am Mittwoch holen, wenn sie den TVB Stuttgart empfangen (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle). Für Sigtryggsson sind die Füchse einer der Favoriten auf den Titel. „Warum das so ist, konnte man heute sehen, sie haben eine richtig gute Abwehr gespielt, außerdem wird es langsam mal Zeit, dass ein neuer Verein ganz oben mitspielt“, sagte der Isländer.