Handball

Die Füchse Berlin siegen mit breiter Brust

Die Füchse gewinnen 36:26 gegen GWD Minden und profitieren dabei vor allem von ihrer Flexibilität.

Mattias Zachrisson war mit neun Treffern überragender Mann des Abends

Mattias Zachrisson war mit neun Treffern überragender Mann des Abends

Foto: imago sportfotodienst / imago/Bernd König

Berlin.  Beim letzten Pass musste Mattias Zachrisson schon gar nicht mehr hinsehen. Der Rechtsaußen der Füchse Berlin streckte einfach nur den linken Arm nach hinten aus, ließ den Ball auf seiner Hand landen und leitete ihn direkt ins gegnerische Tor weiter. Es war der neunte Treffer des Schweden an diesem Abend.

„Ich glaube, neun Tore habe ich noch nie geworfen für die Füchse“, sagte der 26-Jährige nach der Partie. Damit hat er einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Füchse Berlin ihren ersten Heimsieg der Saison feiern konnten. 36:26 (20:13) gewannen sie gegen die GWD Minden. „Zachrisson hat überragend gespielt“, sagte Hans Lindberg, der seinen verletzten Zeh in einem orthopädischen Schuh durch die Katakomben trug.

Die Position Rechtsaußen mit zwei hochkarätigen Spielern zu besetzen, hatte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning im Januar viele kritische Stimmen eingebracht, der Sieg bei der Klub-Weltmeisterschaft und der starke Saisonstart haben aber gezeigt, dass diese Maßnahme durchaus lohnenswert ist.

Von jeder Position gelangen die Tore

„In dieser Saison sind wir auf jeder Position doppelt gut besetzt, ich glaube, das war Bobs Plan“, sagte Zachrisson. Die Breite des Kaders nutzte Füchse-Trainer Erlingur Richardsson gegen den Aufsteiger aus Minden auch voll aus. Jeden ihm zur Verfügung stehenden Spieler setzte er ein, was sich nicht nur quantitativ bemerkbar machte. „Jeder, der reinkam, hat sofort funktioniert“, freute sich Kreisläufer Kresimir Kozina, der erst seit dieser Saison bei den Füchsen spielt.

Gerade offensiv zeigten die Füchse ihre neue Flexibilität: Von jeder Position gelangen die Tore, besonders in der ersten Hälfte war fast jeder Wurf ein Treffer. In der Defensive gibt es aber noch Steigerungspotenzial. „Da haben wir viel zu viele Fehler gemacht“, sagte Hanning, der das Spiel zum ersten Mal nicht auf der Bank verfolgte, weil er dort für den 29 Jahre alten Assistenztrainer Max Rinderle Platz gemacht hat.

Doch auch auf der gegenüberliegenden Seite sah er deutlich, dass seine Mannschaft in einigen Phasen die nötige Körperlichkeit vermissen ließ. In den nächsten Wochen werde das Team aber die fehlende Vorbereitung dosiert nachholen, sagte er. Zachrisson gab schon mal einen Ausblick auf das, was dann noch möglich ist: „Wenn wir eine gute Abwehr spielen, können wir gegen jede Mannschaft gewinnen.“