Füchse in der Erfolgsspur

Der WM-Titel ist für die Füchse ein Triumph des Sports

Der erneute Gewinn der Klub-WM bestätigt die Füchse bei ihrem Weg, auf junge Spieler mit Leidenschaft und Identifikation zu setzen.

Die Füchse-Spieler feiern in der Umkleidekabine der Sporthalle in Doha den Gewinn der Vereins-Weltmeisterschaft

Die Füchse-Spieler feiern in der Umkleidekabine der Sporthalle in Doha den Gewinn der Vereins-Weltmeisterschaft

Foto: Füchse / BM

Berlin.  Immer wieder klatschten sich die Spieler in der Kabine der Duhail Sports Hall von Doha ab, rockten dazu ausgelassen zum Queen-Klassiker „We are the Champions“ und zum Tina-Turner-Hit „Simply the Best“. Lautstark schrien Torhüter Silvio Heinevetter und seine Teamkollegen der Handball-Füchse ihre Freude heraus. Dabei nahmen sie auch ihre trockenen Kehlen in Kauf. In Katar sind gerade die sogenannten „Dry Days“, an denen kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, nicht einmal an den Hotelbars. Also wurde mit alkoholfreiem Bier auf den Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft beim Super Globe in Katar angestoßen. „Ich habe mir aber sagen lassen, dass die Jungs auch so richtig schön gefeiert haben“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning nach seiner Landung am Freitagmorgen in Berlin.

Die Mannschaft um Kapitän Petr Stochl landete am Freitagabend siegestrunken in Tegel und präsentierte nach der Ankunft stolz die Trophäe. Erstmals in der Geschichte des renommierten Wettbewerbs gelang mit den Füchsen einer Mannschaft die Titelverteidigung. Der überraschende Finalsieg gegen die Star-Truppe von Paris St. Germain (29:28) wurde mit der Prämie von 450.000 Euro belohnt.

Die Berliner erhalten 450.000 Euro Siegprämie

„Auf der einen Seite stand eine Weltauswahl mit Spielern wie Thierry Omeyer, Nikola Karabatic oder Mikkel Hansen auf dem Feld“, sagte Hanning und strahlte voller Stolz: „Wir haben mit großer Leidenschaft und Identifikation dagegengehalten. Es ist schön, dass nicht immer nur das Geld gewinnen kann. Das war ein Triumph des Sports.“

Auch Vereinspräsident Frank Steffel war begeistert ob der Darbietung seiner Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit schon sieben Tore zurückgelegen hatte, ehe sie mit einem überragenden Heinevetter im Tor die Aufholjagd startete und schließlich das Spiel noch drehte. „Das war ein Sieg des Willens und der mannschaftlichen Geschlossenheit gegen das Geld der Scheichs in Paris“, sagte Steffel und weckte Lust auf die Zukunft: „In dieser Bundesligasaison sind wir zu allem fähig. Jetzt müssen die Berliner Fans und die Berliner Wirtschaft unseren Weg mit Jugend in die Weltspitze unterstützen.“

Wiede und Drux sind Paradebeispiele für die Entwicklung

Statt auf teure Weltstars setzen die Füchse auf die konsequente Heranführung des eigenen Nachwuchses an den Profibereich. Die Europameister und Olympia-Dritten Paul Drux (21) und Fabian Wiede (22) zeugen von der herausragenden Arbeit des Berliner Vereins. Für Wiede, seit 2009 bei den Füchsen, war es bereits das zehnte Endspiel (mehrfach B- und A-Jugend, DHB- und EHF-Pokal, EM und Klub-WM), das er gemeinsam mit Geschäftsführer Hanning bestritt - und zum zehnten Mal ging er als Sieger vom Platz. „Das ist eine sehr gute Geschichte, und ich bin froh, dass wir so eine Gewinnertruppe sind“, sagte Rückraumspieler Wiede.

Am Wochenende können die Berliner ein wenig entspannen und den Triumph von Doha genießen, ehe dann die Vorbereitung auf das erste Bundesliga-Heimspiel am Mittwoch gegen GWD Minden (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) startet. Torwart Heinevetter, dem im Finale gegen Paris 15 Paraden gelangen, blickte in der Stunde des Sieges schon voraus. „Minden hat eine starke Mannschaft, in der Bundesliga darfst du kein Team unterschätzen“, sagte der Torwart und betonte, dass er es mit den Füchsen besser machen wolle als im Vorjahr nach dem Gewinn der Klub-WM. Damals lief längst nicht alles rund. „Wir wollen aus der Achterbahnfahrt der vergangen Saison lernen“, sagte Heinevetter, „dazu haben wir jetzt aber auch eine bessere Mannschaft.“