Handball

Füchse verpassen nächsten Schritt im Kampf um Europa

Mehrere Führungen reichten den Füchsen in Hannover nicht zum Sieg. Die Berliner verlorren 19:21.

 Berlins Torhüter Silvio Heinevetter

Berlins Torhüter Silvio Heinevetter

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

BERLIN.  Gerade noch sah es so aus, als hätten die Handballer der Füchse Berlin zu einem Endspurt angesetzt. Nach dem grandiosen 24:20-Erfolg gegen den Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen am vergangenen Sonntag sollte der Siegeszug in Hannover weitergehen. Noch nie hatten die Berliner schließlich beim TSV Hannover-Burgdorf verloren, und bis zur 52. Spielminute, als die Mannschaft von Trainer Erlingur Richardsson 21:19 führte, deutete auch am Mittwochabend alles darauf hin, dass diese Statistik weiterhin bestehen bleibt.

In der gesamten Partie konnte sich der Gastgeber genau zweimal eine Führung herausspielen: eine Minute vor Ende der ersten Hälfte (11:10) und fünf Minuten vor der Schlussirene (22:21) der Partie. Diese Nervenstärke in der entscheidenden Phase des Spiel gepaart mit einer ausgezeichneten Leistung von Hannovers Schlussmann Malte Semisch sorgten dafür, dass die Füchse 22:25 (11:11) verloren. „Ich denke, am Ende hat uns mein alter Kumpel Malte in der zweiten Hälfte kaputt gemacht“, sagte Drago Vukovic.

Lediglich einen Treffer konnte der Rückraumspieler der Füchse zum Ergebnis beitragen, womit das Defizit des Teams auch schon zu einem Teil erklärt ist. Hannover war es außerdem gelungen, Peter Nenadic fast komplett aus dem Spiel zu nehmen. An seiner Stelle schwang sich Fabian Wiede auf, Verantwortung zu übernehmen. Der 22-Jährige ist inzwischen erster Sieben-Meter-Werfer der Berliner, auch um Nenadic zu entlasten. Am Mittwoch war er mit sieben Treffern der beste Schütze der Füchse, agierte dann aber in den letzten zehn Minuten wie die gesamte Angriffsreihe der Berliner mal wieder zu hektisch im Abschluss.

Damit verspielten die Füchse die große Chance, bis auf zwei Zähler an die MT Melsungen heranzurücken, die 25:32 (14:19) gegen Flensburg verloren hat, und damit Boden im Kampf um Europa gutzumachen. Durch die Niederlage aber bleibt der Abstand von vier Zählern auf Rang vier bestehen, der zur Teilnahme am EHF-Cup berechtigt. Vier Partien sind noch zu spielen, am Mittwoch empfangen die Füchse den SC Magdeburg (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

„Wir müssen kämpfen bis zum Ende“, sagt Drago Vukovic. Vor allem aber müssen die Berliner hoffen, dass Melsungen noch mindestens zweimal strauchelt, was bei dem Restprogramm der Hessen mit TBV Stuttgart, THW Kiel, Bergischer HC und ThSV Eisenach eher unwahrscheinlich ist.