handball

Beier und die Spreefüxxe streben jetzt nach mehr

Die Berliner Handballerinnen wollen jetzt auch gegen große Teams gewinnen. Die erste Gelegenheit bietet sich dazu am Sonnabend.

Christine Beier beim Training der Spreefüxxe Berlin

Christine Beier beim Training der Spreefüxxe Berlin

Foto: Stephanie Pilick / picture alliance / dpa

Berlin.  Handball ist ein bisschen wie Achterbahn fahren, zumindest wenn man mit den Spreefüxxen sympathisiert. Fünf Niederlagen hatten die Füchse-Frauen zu Saisonbeginn angehäuft, allesamt gegen die Spitzenteams der Liga, anschließend jedoch fünf Mal hintereinander gewonnen.

Zeitweise waren die Berlinerinnen sogar die heißeste Mannschaft der Frauenhandball-Bundesliga, und das hatte ausnahmsweise einmal nichts mit dem Aussehen der Spielerinnen zu tun.

Zuletzt gab es allerdings wieder drei Pleiten in Folge. Trotzdem sagt Kapitänin Christine Beier: „Wir liegen voll im Plan und sogar ein bisschen darüber.“ Die Mannschaft könne stolz auf sich sein, dass sie trotz des schwierigen Auftakts die Nerven behalten und weiter fest an sich geglaubt hat, so die Ex-Nationalspielerin. „Das ist ein riesiger Entwicklungsschritt gegenüber unserer ersten Saison in der Bundesliga.“

Beier kann sich nun ganz auf die Spiele für den Klub konzentrieren

Bei mittlerweile acht Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz kann sich die Mannschaft neue Ziele setzen. „Wir wollen jetzt auch mal gegen einen der Großen gewinnen“, sagt Christine Beier. Bereits am vergangenen Wochenende hatte man Vizemeister Buxtehuder SV am Rande einer Niederlage, verlor man nur knapp mit 30:31.

Die nächste Gelegenheit zum Favoritensturz bietet sich schon am Sonnabend (18 Uhr), wenn die Berlinerinnen auswärts bei Tabellenführer HC Leipzig gastieren. Wegen Hallenproblemen der Leipzigerinnen findet das Spiel allerdings in Halle/Saale statt.

Mit dabei ist nach überstandenem Sehnenabriss im Daumen auch wieder Torhüterin Juliane Hedermann, die gegen Buxtehude ihr Comeback feierte. Weil neben Hedermann auch die zweite etatmäßige Torhüterin Julia Plöger (Kreuzbandriss) verletzt war, hatten die Füchse-Frauen zuvor zwischen den Pfosten auf die beiden A-Jugendlichen Indra Genning und Natascha Faßold vertrauen müssen.

„Sie ist unglaublich wichtig für uns“

Gegen Leipzig setzen die Spreefüxxe auf die Erfahrung und die Torjägerqualitäten von Christine Beier. Mit derzeit 64 Treffern ist die 32-Jährige hinter der Schwedin Daniela Gustin (84) die zweitbeste Torschützin des Teams; kaum eine kann so ansatzlos werfen wie sie.

„Sie ist unglaublich wichtig für uns“, sagt Spreefüxxe-Managerin Britta Lorenz. Diese Saison ist die erste, in der sich Beier ganz auf den Klub konzentrieren kann. Nationaltrainer Jakob Vestergaard hat sie nicht mehr für die Nationalmannschaft berücksichtigt, weil er einen Umbruch mit jüngeren Spielerinnen plant, mit denen er 2017 bei der Heim-WM in Deutschland angreifen will.

Christine Beier kann mit dieser Entscheidung gut leben. „So bleibt mehr Zeit für den Verein und das Privatleben.“ Vor zwei Jahren, als Berlin noch in der zweiten Liga spielte, fiel sie nach der WM-Abstellung in ein Loch. Diese Gefahr droht in dieser Saison nicht.