Handball

Füchse ziehen Selbstvertrauen aus Niederlage gegen Flensburg

Die Füchse sehen wieder etwas optimistischer in die Zukunft – obwohl sie eine knappe Niederlage einsteckten.

Fabian Wiede (M.) und die Füchse wehrten sich nach Kräften, doch Flensburg spielte noch ein bisschen stärker

Fabian Wiede (M.) und die Füchse wehrten sich nach Kräften, doch Flensburg spielte noch ein bisschen stärker

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Es schien nur Gewinner zu geben. Wer nach dem Handballspiel zwischen den Füchsen Berlin und der SG Flensburg-Handewitt zuhörte, musste diesen Eindruck gewinnen. Obwohl die Berliner gegen den deutschen Pokalsieger von 2015 und Champions-League-Gewinner von 2014 mit 26:27 verloren hatten, lobten nicht nur die Sieger ihre Spieler, sondern auch die Füchse-Verantwortlichen ihr Team in den höchsten Tönen. „Sehr, sehr zufrieden“ sei er, sagte Trainer Erlingur Richardsson. Geschäftsführer Bob Hanning freute sich: „Wir haben endlich wieder einmal Handball gespielt.“ Eine unglückliche Niederlage „gegen ein Weltklasseteam“ (Hanning) lässt die Füchse wieder Hoffnung schöpfen.

Endlich mehr als Kampf und Krampf

Viel zu oft in den vergangenen Wochen war es mehr Kampf und Krampf, was das Berliner Team geboten hatte. Verletzungen, innerbetriebliche Turbulenzen, dies alles trug dazu bei. Hanning sah den starken Auftritt der Profis als „Reaktion der Mannschaft auf die Trennung von Kapitän Fredrik Petersen und auf teils harte Einzelgespräche, die ich geführt habe“. Auch die Verpflichtung von Steffen Fäth ist ein Zeichen. Wahrscheinlich wird der noch in Wetzlar unter Vertrag stehende Rückraumspieler nicht der letzte Zugang für die Saison 2016/2017 sein.

Auch beim Trainer hatte Hanning wohl Defizite ausgemacht. Anders ist seine Äußerung nicht zu verstehen: „Auch er musste sich an die ganze Situation gewöhnen. Er ist nicht mehr in Österreich.“ Richardsson war bis zum Sommer 2015 Coach in Wien. Offenbar soll er seine Spieler etwas härter rannehmen. Denn, so Hannings Theorie: „Spieler sind Raubtiere, die geleitet werden wollen.“ Jetzt zählt jedoch erst einmal die aktuelle Spielzeit. Die Füchse hoffen, den für die Teilnahme am europäischen Geschäft notwendigen fünften Rang zu erreichen. Hanning: „Das kann man noch locker schaffen.“

Punktabzug für Hamburg wird helfen

Geht man davon aus, dass den zurzeit fünftplatzierten Hamburgern (elf Minuspunkte) wegen ihres Insolvenzantrages acht Punkte abgezogen werden, haben die Berliner bei 15 Minuspunkten nur einen mehr als der momentan Sechste Göppingen (14). „Jetzt müssen wir erst einmal die beiden nächsten Spiele gewinnen“, forderte Hanning. Am Dienstag in Stuttgart und am Sonntag gegen Eisenach (15 Uhr, Schmeling-Halle) sind Siege Pflicht.

Dann folgt bis Mitte Februar die Pause wegen der EM in Polen. Danach soll Hoffnungsträger Paul Drux nach mehr als halbjähriger Verletzungspause zurückkommen. „Mit ihm wird der Kampf um einen Platz in Europa aufgenommen“, kündigte Hanning an.