Handball

Starke Füchse werden um den Punkt gebracht

Die Füchse zeigen gegen Flensburg eine Top-Leistung, werden aber beim 26:27 nicht belohnt. Petar Nenadic scheitert mit letztem Wurf.

Berlins Fabian Wiede (M) setzt sich gegen die Flensburger Rasmus Lauge Schmidt (l) und Tobias Karlsson durch

Berlins Fabian Wiede (M) setzt sich gegen die Flensburger Rasmus Lauge Schmidt (l) und Tobias Karlsson durch

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Petar Nenadic hatte den letzten Wurf. Er musste den Freiwurf direkt an der Mauer der Flensburger vorbeiwerfen, denn die Zeit war abgelaufen. Doch der Torjäger der Füchse Berlin verfehlte das Tor. So stand am Ende ein 26:27 (13:15) seines Handball-Teams gegen die SG Flensburg-Handewitt. Enttäuscht, aber von den Fans mit viel Beifall bedacht schlichen die Berliner in die Kabine.

„Wir haben alles gegeben“, meinte Nenadic, mit zwölf Toren bester Werfer des Spiels. Die Berliner zeigten eine starke Leistung und verlangten den Flensburgern alles ab. „Die Mannschaft hat gut gespielt“, sagte Füchse-Trainer Erlingur Richardsson.

Auch Geschäftsführer Bob Hanning bilanzierte: „Nach schwierigen Wochen bin ich heute wirklich zufrieden. Es war eines unserer besten Spiele bisher. So wollen wir die Mannschaft sehen.“

Petr Stochl hält zwei Siebenmeter

Bereits nach 13 Minuten hatten die Füchse-Fans unter den 8868 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle einen schier unglaublichen Lärm veranstaltet. Kreisläufer Jesper Nielsen hatte zum 8:4 getroffen. Konzentriert in der Abwehr (Torhüter Petr Stochl hielt in den ersten 14 Minuten zwei Siebenmeter) und im Angriff (von den ersten sieben Toren erzielte Nenadic allein vier) brachten die Füchse die SG immer wieder in Schwierigkeiten.

Flensburg, das Team, das gerade in Kiel einen sensationellen 34:27-Pokalcoup gelandet hatte, schien überrascht von der Leistung der Füchse, die an beste Zeiten erinnerte.

„Wir haben nur eine Chance, wenn wir wenig Fehler machen“, hatte Richardsson vorher erklärt. Sein Team richtete sich zumeist danach. Doch dann schlichen sich doch immer wieder einmal kleine Unaufmerksamkeiten ein.

Darauf wartet ein Topteam wie Flensburg, aktuell Dritter in der Bundesliga-Tabelle und in der Champions League auf Erfolgskurs, natürlich nur. Vier Minuten, vier Tore – auf einmal stand es 8:8. (17. Minute)

Zwei Tore Rückstand zur Halbzeit

Doch das schreckte die Berliner nicht, angetrieben von Nenadic ging man wieder 11:9 in Führung. Symbolisch war die erste Flensburger Führung. Nach einem technischen Fehler von Kent Robin Tönnesen nutzten die Gäste in der 23. Minute den Gegenangriff – 11:12. Mit zwei Toren Differenz (13:15) lag Richardssons Mannschaft zur Halbzeit in Rückstand.

Die Berliner spielten mit unbändigem Einsatz. Ihre Körpersprache zeigte: Wir glauben an uns. So glichen Nenadic (2) und der immer stärker werdende Fabian Wiede (5) schnell ein 14:17 wieder zum 17:17 aus, Drago Vukovic gelang in Unterzahl sogar das 19:18 (42.).

Die Flensburger, angeführt durch den treffsicheren Holger Glandorf (8 Tore), blieben ruhig. Man hatte das Gefühl, der Pokalsieger 2015 lauerte nur auf Schwächen der Berliner. Doch die waren selten. Wieder Wiede und Nenadic gelang unter dem Jubel der Fans das 22:20 (45.).

Paul Drux saß auf der Tribüne

Wie lange würde jedoch die Kraft bei den Berlinern reichen, bei denen die Verantwortung wegen Verletzung (Paul Drux) und dem Abgang von Fredrik Petersen auf zu wenigen Schultern verteilt ist. Drux saß als Zuschauer auf der Tribüne und hätte sicherlich liebend gern mitgespielt.

Aber der Nationalspieler wird sich nach seiner schweren Schulterverletzung noch gedulden müssen. Erst im Februar, nach der EM-Pause, wird er zurückerwartet.

Die Antritte von Nenadic und Vukovic verloren langsam an Schnelligkeit. Aber mit Kampfgeist und auch mal mit Gewalt, wie von Nenadic beim Wurf aus neun Metern Entfernung zum 23:21 (48.), wurde das ausgeglichen. Zehn Minuten vor Ende hieß es 23:23, nach 53 Minuten 24:24.

Hektische Schlussphase

hanningDie Berliner haderten mit einigen Schiedsrichterentscheidungen, doch es nutzte nichts: Es galt, in der hektischen Schlussphase die Nerven zu behalten. Und es passierte das, was fast zu befürchten gewesen war.

Jede sich bietende Lücke nutzten die Flensburger nun gnadenlos aus. Vier Minuten vor Schluss lagen die Füchse 24:26 in Rückstand. Ein Nenadic-Siebenmeter brachte Berlin heran. Doch Glandorf schlug erneut zu (25:27). Noch einmal Wiede, noch eine Minute beim 26:27.

Flensburg schoss vorbei, der letzte Angriff gehörte den Berlinern. Doch Nenadic scheiterte. Der Kampf der Füchse wurde nicht belohnt.