Handball

Füchse trennen sich von Ex-Kapitän Fredrik Petersen

| Lesedauer: 3 Minuten
Ninja Priesterjahn
Nach seinem abrupten Abschied von den Füchsen Berlin, hält Fredrik Petersen sich bezüglich seines neuen Klubs noch bedeckt

Nach seinem abrupten Abschied von den Füchsen Berlin, hält Fredrik Petersen sich bezüglich seines neuen Klubs noch bedeckt

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Fredrik Petersen hat sich bei den Füchsen verabschiedet. Über den neuen Klub des schwedischen Nationalspielers wird noch spekuliert

206823327Berlin.  Das Spiel, das Bjarki Elisson, Fabian Wiede, Jakov Gojun und Kent Robin Tönnesen am Dienstagvormittag mit kindlicher Freude während des Trainings der Füchse Berlin im Sportforum spielten, hätte Fredrik Petersen sicherlich auch gefallen: Einer der Handballer stellt sich vor das Tor und muss den Ball abwehren, den der jeweilige Schütze, maximal einen Meter vor ihm stehend, versucht, im Netz unterzubringen. Wer scheitert, wird zum Torwart.

Petersen hat die Umzugskisten schon gepackt

Petersen ist ein Zocker, zudem hat der Linksaußen respektable Torhüterqualitäten, das hat er in den vergangenen zweieinhalb Jahren bei den Füchsen des Öfteren unter Beweis gestellt. Vermutlich hätte er das Spiel gewonnen, Petersen war aber gar nicht mehr da. „Wir waren am Montag gemeinsam bei der Mannschaft und haben den Vertrag aufgelöst“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning. Zehn Tage, nachdem die Füchse bekannt gaben, dass Petersen die Option zur Vertragsauflösung zum Saisonende gezogen hatte und sein Kapitänsamt an Torhüter Petr Stochl überging, ist die Trennung vollzogen.

Am Montagabend postete der schwedische Nationalspieler ein Video auf Instagram, auf dem zu sehen ist, dass er und seine Familie sich bereits im Aufbruch befinden. Unbehangene Nägel ragten aus den Wänden seiner Wohnung in Prenzlauer Berg, auf dem Boden verteilt standen diverse Umzugskartons. Petersen hätte wohl auch bis zum Saisonende bei den Füchsen bleiben können, „er hat es aber nicht mehr geschafft, sich zu motivieren“, sagt Hanning.

Mit dem neuen Klub spielt er wohl Champions League

Das Ziel des Schweden ist noch nicht bekannt. Zwar verkündeten schwedische Medien vergangene Woche, er werde bei HK Malmö erwartet, der Tag der Petersen-Vorstellung verstrich aber, ohne dass sich etwas ereignete. Wahrscheinlicher ist, dass der flinke Außen bald beim ungarischen Topklub Veszprem auflaufen wird. Dazu passt auch die Aussage Hannings: „Er hat ein Angebot von einem europäischen Spitzenklub bekommen. Da spielt er sicher Champions League.“

Erst Anfang 2015 hatte der zweifache Familienvater seinen Vertrag bei den Füchsen bis 2017 verlängert. Als Kapitän sollte der Champions-League-Sieger von 2013 das Team nach dem Umbruch zu neuen Erfolgen führen. „Vielleicht war das rückblickend eine Fehleinschätzung“, sagt Sportdirektor Volker Zerbe. Gar so begeistert war Petersen von der Amtsübernahme nämlich nicht. Er machte sich Sorgen, die Vorbildfunktion nicht erfüllen zu können. „Für manche ist so ein Amt eben eher eine Last“, sagt Hanning.

Ob diese Thematik Einfluss auf den Wechsel hatte oder ob das Angebot für den 32-Jährigen, der sich langsam dem Karriereende nähert, einfach zu gut war, bleibt offen. Petersen selbst hält sich bedeckt: „Ich will etwas Anderes machen, mehr gibt es nicht zu kommentieren.“