Handball

Die Ära nach Petersen hat bei den Füchsen schon begonnen

Berliner siegen 31:26 gegen Balingen. Besonders Bjarki Elisson glänzt. Und: Torwart Stochl verlängert seinen Vertrag und wird Kapitän.

Bjarki Elisson nutzte seine Chance mit siebenTreffern

Bjarki Elisson nutzte seine Chance mit siebenTreffern

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Berlin.  Mal versenkte er einen Gegenstoß humorlos im Netz, dann wieder überwand er per Siebenmeter trickreich den gegnerischen Torhüter. Mit empor gereckten Armen und einem Lächeln im Gesicht freute sich Bjarki Elisson über seine Treffer. Derlei sieben waren es, die die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle zu Jubelstürmen hinrissen, und sie waren auch die Grundlage für den souveränen 31:26 (17:12)-Erfolg gegen HBW Balingen-Weilstetten.

Alle Konzentration gilt jetzt der Bundesliga

Für die Berliner war es nach dem Aus im EHF-Cup sowie im nationalen Pokalwettbewerb ein ganz wichtiger Erfolg, gilt doch ab jetzt die ganze Konzentration der Bundesligasaison. In dieser soll am Ende mindestens Platz fünf herausspringen, damit die Füchse sich erneut für den europäischen Wettbewerb qualifizieren. „Für uns ging es darum, dass wir uns neu justieren, das haben wir geschafft“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning und blickte voraus: „Wir wollen in diesem Jahr kein Heimspiel mehr verlieren.“

Nachdem Fredrik Petersen angekündigt hatte, im Sommer 2016 die Füchse verlassen zu wollen, reagierte die Chefetage des Vereins. Auf Wunsch des Schweden entbanden sie ihn aus dem Kapitänsamt. Neuer Spielführer ist ab sofort Petr Stochl. Der 39 Jahre alte Tscheche ist seit 2006 im Verein, er stieg mit den Berlinern 2007 in die Bundesliga auf und hat großen Anteil an den Erfolgen des Vereins. Auch deshalb hängt sein Trikot als lebende Legende bereits unter der Hallendecke.

Stochls Vertrag wird schon jetzt bis 2018 verlängert

„Ich bin ganz stolz, dass ich das Vertrauen bekomme. Meine Philosophie ist es ja, immer bereit zu sein. Ich will ein Vorbild sein“, sagte er. Dann bekam Stochl noch ein Nikolaus-Geschenk obendrauf: Sein im Sommer 2016 auslaufender Vertrag wurde um zwei Jahre verlängert. „Wir wissen nicht, wie lange er auf diesem hohen Niveau noch spielen kann, deshalb entscheiden wir dann Jahr für Jahr neu“, sagte Hanning. Anschließend winkt Stochl ein Job als Torwarttrainer bei den Füchsen.

Dem Schweden Petersen hingegen blieb im Duell mit Balingen nur die Rolle als Zuschauer auf der Bank. Für ihn spielte Elisson auf Linksaußen, und der Isländer, der im Sommer als Wunschspieler von Trainer Erlingur Richardsson verpflichtet worden war, nutzte seine Chance. Eine aggressive Körpersprache, eine gute Abschlussquote – der 25-Jährige war gemeinsam mit Petar Nenadic der erfolgreichste Berliner Werfer an diesem Tag. Dabei verwandelte Elisson alle vier von ihm geworfenen Siebenmeter.