Handball

Füchse-Star Frida Tegstedt erfüllt sich ihren Lebenstraum

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Philip Häfner
Frida Tegstedt hebt vom Kreis ab. Jetzt ist die Schwedin auf dem Sprung zur WM

Frida Tegstedt hebt vom Kreis ab. Jetzt ist die Schwedin auf dem Sprung zur WM

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Die Schwedin Frida Tegstedt von den Spreefüxxen fährt zur WM. Sie ist die einzige Spielerin aus Berlin. Ihr Ziel ist eine Medaille.

Eine Schwangerschaft ist ein freudiges Ereignis. Das gilt auch für Frida Tegstedt. Dabei ist die Kreisläuferin der Füchse-Frauen gar nicht selbst in besonderen Umständen. Sie profitiert vielmehr davon, dass eine andere Nationalspielerin wegen ihrer Schwangerschaft auf die an diesem Sonnabend beginnenden Weltmeisterschaften verzichten muss. Kurios daran ist: Im vergangenen Jahr hatte dieselbe Spielerin ihr noch den letzten Platz im EM-Kader der schwedischen Nationalmannschaft weggeschnappt. An ihrer Stelle reist nun Tegstedt zu den Titelkämpfen nach Dänemark – als einzige Berlinerin. Christine Beier, die bis vor Kurzem noch für das deutsche Nationalteam spielte, hat ihre internationale Karriere beendet und konzentriert sich in dieser Saison ganz auf die Spreefüxxe.

Einzige schwedische Spielerin aus der Bundesliga

„Ich bin schon sehr aufgeregt“, sagt Frida Tegstedt. „Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, bei einem großen Turnier für Schweden zu spielen – jetzt ist es endlich so weit. Das bedeutet mir sehr viel.“ Nach dem letzten Bundesligaspiel der Spreefüxxe vor der WM-Pause war die 28-Jährige zunächst für zwei Tage in ihre Heimatstadt Göteborg geflogen und von dort weiter ins Trainingslager der Nationalmannschaft nach Norwegen gereist, wo sich die „Tre Kronors“ für das Turnier in Form gebracht haben.

Tegstedt ist die einzige Bundesligaspielerin im schwedischen Aufgebot; alle anderen Spielerinnen verdienen ihr Geld entweder in der Heimat oder in Dänemark. „Ich kenne viele von ihnen aber noch aus meiner Zeit beim schwedischen Klub IK Såvehof“, sagt sie. Als Außenseiterin fühle sie sich nicht. In Deutschland werde körperbetonter gespielt als in den skandinavischen Ligen, erzählt Tegstedt, deren Freund Jesper Nielsen in Berlin das Trikot der Füchse-Männer trägt. „Ich mag das. Das ist etwas, das ich zu unserer Mannschaft beisteuern kann.“

In der Vorrunde gegen Angola, Polen, China, Kuba und Holland

Bei der Europameisterschaft 2014 wurde Schweden zuletzt Dritter, stellte mit Isabelle Gulldén zudem die Torschützenkönigin. Auch dieses Mal ist das Podium das erklärte Ziel der Mannschaft: „Ich will eine Medaille gewinnen“, sagt Frida Tegstedt. „Das ist ein hohes Ziel, aber wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir es schaffen.“ In der Vorrunde messen sich die Schwedinnen zunächst mit Angola, Polen, China, Kuba und den Niederlanden, bei denen die Spreefüxxin Myrthe Schoenaker nicht im Aufgebot steht.

Die Unterstützung der heimischen Fans ist der Mannschaft dabei gewiss: Der Spielort Næstved liegt nur anderthalb Autostunden vom der südschwedischen Großstadt Malmö entfernt. Das stark verjüngte deutsche Team spielt in Kolding und trifft in der Vorrunde auf den EM-Fünften Frankreich, Argentinien, Weltmeister Brasilien, Südkorea sowie die Demokratische Republik Kongo.

Medaille soll als Motivation für Rest der Saison in Berlin dienen

Britta Lorenz, die Managerin der Spreefüxxe, wird sich einige von Frida Teg­stedts Auftritten an Ort und Stelle anschauen. Für ihren Klub kommt die WM-Pause eigentlich ungelegen: Nach schwierigem Saisonstart konnten die Berlinerinnen zuletzt drei Mal hintereinander gewinnen und sich so etwas Luft zu den Abstiegsplätzen verschaffen. „Der Knoten ist geplatzt“, meint Frida Tegstedt. „Hoffentlich können wir nach der Weltmeisterschaft an diese Ergebnisse anknüpfen.“ Eine WM-Medaille wäre sicher eine gute Motivation. Doch je länger Tegstedt mit Schweden im Turnier bleibt, desto kürzer wird die Pause, bevor sie bei den Füchse-Frauen wieder ins Training einsteigt. „Das ist es mir wert“, sagt sie.