Handball

Die Füchse sind nur im Feiern Weltmeister

Die Füchse setzen ihre Erfolgsserie auch gegen Aufsteiger Stuttgart durch. Dabei machen sich die müden Füchse selbst das Leben schwer.

Stuttgarts Handballer Michael Schweikhardt (M) wird von den Berliner Spielern Jakov Gojun (l) und Kent Robin Tönnesen am Kreis gestoppt

Stuttgarts Handballer Michael Schweikhardt (M) wird von den Berliner Spielern Jakov Gojun (l) und Kent Robin Tönnesen am Kreis gestoppt

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Zumindest die Feierlichkeiten waren eines Weltmeisters würdig. Mit Böllern, Nebel und Feuerwerk wurde den Handballprofis der Füchse Berlin am Sonntag beim ersten Heimspiel nach ihrem Coup bei der Klub-WM ein rauschender Empfang in der Schmeling-Halle bereitet.

Neben der Fahne für den Pokalsieg (2014) und den EHF-Cup-Erfolg (2015) wurde auch noch die Flagge für den dritten Titel unter die Hallendecke gehängt.

Jubel und Trubel sind das eine, Handballspielen aber ist der Alltag. Und auf dem Feld taten sich die Füchse gegen den TVB Stuttgart schwerer als erwartet. Am Ende stand zwar ein 26:20 (13:10) gegen den Aufsteiger, aber die Leistung der Berliner, die fünf Siebenmeter vergaben, war vor allem in der Offensive durchwachsen.

„Wichtig war heute nur der Sieg“, meinte Petar Nenadic, mit fünf Treffern wie Fabian Wiede bester Berliner Werfer. „Man hat nach den Anstrengungen die Müdigkeit gemerkt“, meinte Geschäftsführer Bob Hanning.

Lange Schlangen an den Souvenirständen

Bereits eine Stunde vor Anpfiff hatten sich an zwei Stellen in den Hallen-Umgängen lange Schlangen gebildet. Viele der Füchse-Fans wollten unbedingt ein Andenken haben an den denkwürdigsten Moment der Vereinsgeschichte.

So wurden am Devotionalienstand ganz besondere T-Shirts verkauft mit dem goldfarbenen Schriftzug „Weltmeister 2015 Klub-WM Doha Katar“, garniert mit einem Stern. Bei Halbzeit waren sie schon ausverkauft.

Golden glänzte auch der Pokal, den die Füchse zehn Tage zuvor gewonnen hatten. Fans konnten sich gemeinsam mit Maskottchen Fuchsi und dem guten Stück fotografieren lassen. Vor dem Anpfiff wurde die Trophäe dann unter dem unglaublichen Jubel der 8171 Zuschauer von Kapitän Fredrik Petersen aufs Spielfeld getragen.

Heinevetter für Stochl im Kasten

Doch danach war der Spaß vorbei für die Berliner, die auf ihren WM-Helden Petr Stochl verzichten mussten. Der Torhüter-Routinier, 39, hatte sich eine Woche zuvor beim 40:28 in Eisenach eine Achillessehnenverletzung zugezogen. Er lief zwar mit ein und ließ sich feiern, saß aber dann in Zivil auf der Tribüne. Silvio Heinevetter stand für ihn im Kasten, er steigerte sich kontinuierlich und zeigte in der zweiten Hälfte eine Weltklasseleistung.

Stochl sah, wie seine Mitspieler zwar schnell mit vier Toren Differenz (8:4) vorne lagen, dass sich aber immer wieder Fehler einschlichen. Zudem wurden bis zur Pause drei Siebenmeter vergeben. Nach 30 Minuten betrug der Vorsprung nur drei Tore (13:10).

Nach dem Wechsel wurde es erst einmal nicht besser. Bjarki Elisson vergab zwei Siebenmeter, die Stuttgarter hatten mehrere Chancen, bis auf einen Treffer heranzukommen, vergaben jedoch. Als die zumindest in der Abwehr konsequenten Füchse nach 42 Minuten mit 18:13 führten, schien alles klar, aber Stuttgart kam noch einmal zurück.

Anschließend gab es Freibier

„Wir haben es denen oft zu einfach gemacht“, meinte Wiede. Am Ende setzte sich allerdings doch die individuelle Klasse der Berliner durch. Hannings Fazit: „Wenn wir nicht voll fokussiert sind, sind wir nur Durchschnitt.“

Das Spiel werden die Fans schnell vergessen, das Drumherum sicherlich nicht. Zum Abschluss noch ein Höhepunkt: Es gab bei der Party mit den Weltmeistern und ihren Anhängern vor der Halle Freibier.